Chain-of-Verification (CoVe) ist eine Prompting-Technik, mit der Sprachmodelle ihre eigenen Antworten systematisch überprüfen und dadurch Halluzinationen reduzieren. Vorgeschlagen wurde sie 2023 von Shehzaad Dhuliawala und Kollegen (arXiv 2309.11495).

Die vier Phasen von CoVe

  1. Baseline generieren: Das Modell beantwortet die Frage zunächst normal und erzeugt dabei möglicherweise falsche Aussagen.
  2. Verifikationsfragen planen: Das Modell formuliert gezielte Prüfungsfragen, die die kritischen Fakten der Antwort hinterfragen.
  3. Fragen unabhängig beantworten: Jede Prüfungsfrage wird separat beantwortet — bewusst ohne Rückgriff auf die ursprüngliche Antwort.
  4. Finale geprüfte Antwort erzeugen: Auf Basis der Verifikationsergebnisse wird die Antwort überarbeitet oder bestätigt.

Die unabhängige Beantwortung der Prüfungsfragen ist der Kern: Sie verhindert, dass sich das Modell in seiner eigenen, möglicherweise falschen Erzählung verfängt. In den Experimenten reduzierte CoVe Halluzinationen bei Listen-Generierung, offenen Frage-Antwort-Aufgaben und Biografie-Erstellung spürbar gegenüber der Baseline.

Einordnung

CoVe ergänzt Chain-of-Thought (Schritt-für-Schritt-Denken) um eine Qualitätssicherung: Während CoT bessere Zwischenschritte erzeugt, prüft CoVe das Ergebnis. Beide Techniken lassen sich mit Reflexion und Self-Consistency kombinieren, um die Zuverlässigkeit von LLMs zu erhöhen.

Verwandte Grundlagen: In-Context Learning, Few-Shot Prompting, Prompt-Engineering-Muster. Wer die Zerlegungs-Seite komplexen Denkens sucht, findet sie beim Least-to-Most-Prompting; die Fehler-Lern-Schleife ergänzt Reflexion.