Cloud Native Application Protection Platform (CNAPP) – auf Deutsch etwa „Schutzplattform für cloud-native Anwendungen“ – ist ein von Gartner 2021 geprägter Sammelbegriff für eine integrierte Cloud-Sicherheitsplattform. Eine CNAPP vereint mehrere zuvor getrennte Sicherheitskategorien in einem einzigen Produkt und deckt den gesamten Lebensweg cloud-nativer Anwendungen ab – vom ersten Code bis zum Laufzeitbetrieb.

Warum CNAPP?

Wer cloud-native Anwendungen betreibt, nutzt typischerweise mehrere Spezialwerkzeuge: eines zum Prüfen von Container-Images, eines für die Cloud-Konfiguration, eines für Identitätsrechte. Diese Werkzeugvielfalt erzeugt Blindflächen und hohen Pflegeaufwand. Gartner prägte CNAPP 2021, um die Zusammenführung dieser Werkzeuge in eine Plattform zu beschreiben.

Was eine CNAPP umfasst

  • CWPP: Schutz der Workloads zur Laufzeit – VMs, Container, Kubernetes, Serverless-Funktionen.
  • CSPM: Prüfung der Cloud-Konfiguration auf Fehlkonfigurationen und Compliance-Verstöße.
  • CIEM: Verwaltung von Cloud-Identitäts- und Berechtigungsrechten (Cloud Infrastructure Entitlement Management).
  • IaC-Scanning und CI/CD-Integration: Sicherheitsprüfungen direkt in CI/CD-Pipelines und beim Infrastructure-as-Code-Deployment, damit Probleme bereits vor der Produktion auffallen.

Einordnung

Eine CNAPP ist damit mehr als die Summe ihrer Teile: Sie verbindet die Entwicklungs- mit der Laufzeit-Perspektive und liefert einen durchgängigen Blick auf die Sicherheit cloud-nativer Anwendungen. Verwandt, aber anders ausgerichtet ist SASE: Es schützt den Netzzugriff von Nutzern und Geräten, während die CNAPP die Cloud-Anwendungen selbst absichert; mit Microsegmentation lässt sich zusätzlich die laterale Ausbreitung zwischen kompromittierten Workloads eindämmen. Verwandte Grundlagen: Cloud Computing, Docker.