Fehlererkennung (englisch error detection) umfasst Verfahren, die feststellen, ob digitale Daten während einer Übertragung oder Speicherung verändert wurden. Rauschen auf Leitungen, elektromagnetische Störungen oder defekte Speicherzellen kippen einzelne Bits – die Fehlererkennung macht solche Bitfehler sichtbar, bevor fehlerhafte Daten weiterverarbeitet werden.
Das Prinzip: Gezielte Redundanz
Alle Verfahren der Fehlererkennung folgen derselben Grundidee: Der Sender ergänzt die Nutzdaten um Redundanz – zusätzliche Prüfinformation. Der Empfänger berechnet daraus einen erwarteten Wert und vergleicht ihn mit den empfangenen Daten. Stimmen sie nicht überein, ist ein Fehler aufgetreten. Die Daten werden dann verworfen oder erneut angefordert.
Vom Paritätsbit zur Prüfsumme
Die einfachste Form ist das Paritätsbit: Ein zusätzliches Bit macht die Anzahl der Einsen in einem Datenwort gerade (gerade Parität) oder ungerade (ungerade Parität). Erkennt der Empfänger eine falsche Parität, ist ein Bitfehler aufgetreten. Die Grenze: Zwei Bitfehler heben sich gegenseitig auf und bleiben unentdeckt. Stärkere Verfahren wie die Prüfsumme und die Zyklische Redundanzprüfung (CRC) verteilen die Prüfinformation über den gesamten Datenblock und erkennen dadurch deutlich mehr Fehlermuster.
Erkennen statt korrigieren
Die Fehlererkennung unterscheidet sich von der Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC): Sie repariert nichts, sondern meldet nur, dass etwas falsch ist. Die Korrektur übernimmt dann eine erneute Übertragung, etwa über das Rückkanal-Verfahren Go-Back-N (ARQ). Beide Welten gehören zur Kanalcodierung: Fehlererkennung mit Wiederholung oder Fehlerkorrektur ohne Rückkanal.
Wo Fehlererkennung steckt
- Ethernet-Rahmen: Frame Check Sequence (CRC) in der Sicherungsschicht
- TCP- und UDP-Segmente: Prüfsummen in den Headern
- Arbeitsspeicher: Paritäts- und ECC-Verfahren (mit Korrektur)
- Download-Portale: kryptografische Prüfsummen wie SHA-256
Verwandte Grundlagen: Kanalcodierung, Prüfsumme, Zyklische Redundanzprüfung (CRC), Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC).