Kern (englisch Core) ist die eigentliche Recheneinheit einer CPU. Was früher ein einzelner Prozessor war, steckt heute mehrfach in einem Chip: Ein Vierkern-Prozessor enthält vier weitgehend unabhängige Rechenwerke, die gleichzeitig arbeiten können.
Was macht ein Kern?
Jeder Kern führt Programmbefehle aus — rechnet, vergleicht, verschiebt Daten. Die Taktrate (zum Beispiel 3,5 GHz) gibt an, wie oft ein Kern pro Sekunde einen Arbeitstakt durchläuft. Mehr Kerne bedeuten aber nicht automatisch mehr Tempo: Nur wenn Software mehrere Aufgaben parallelisiert, profitieren Anwendungen von vielen Kernen.
Kerne, Threads und Hyper-Threading
- Kern: physische Recheneinheit im Prozessor.
- Thread: Software-Ausführungsstrang; ein Kern kann mehrere Threads abwechselnd bearbeiten.
- Hyper-Threading: Intels Technik, einen Kern als zwei logische Prozessoren erscheinen zu lassen.
Ein 8-Kern-Prozessor mit Hyper-Threading zeigt dem Betriebssystem zum Beispiel 16 logische Prozessoren. Die Praxisgewinne liegen meist zwischen 10 und 30 Prozent — nicht bei 100 Prozent, weil sich beide Threads den Kern teilen.
Warum die Kernzahl wichtig ist
- Büro und Web: 4 bis 6 Kerne sind völlig ausreichend.
- Gaming: 6 bis 8 Kerne sind heute der Standard für flüssige Bildraten.
- Videobearbeitung, Rendering, KI: je mehr Kerne, desto schneller — 16 Kerne und mehr lohnen sich.
Ein einzelner Kern kann seine Arbeit nicht schneller erledigen, nur weil weitere Kerne im Chip liegen. Die Taktfrequenz und die Architektur bestimmen die Einzelleistung, die Kernzahl die Parallelleistung.
Verwandte Themen: CPU, Thread, Kühlung, Overclocking.