Eine Methodik in der Softwareentwicklung ist eine systematische Vorgehensweise, die beschreibt, wie ein Projekt geplant, umgesetzt und ausgeliefert wird. Sie legt fest, in welcher Reihenfolge Arbeit entsteht, wie das Team zusammenarbeitet und wie Qualität gesichert wird. Die wichtigsten Methodiken sind das klassische Wasserfallmodell und die agilen Ansätze mit ihren Vertretern Scrum und Kanban.

Wasserfall: Das klassische Phasenmodell

Das Wasserfallmodell stammt aus den 1970er-Jahren und teilt ein Projekt in aufeinanderfolgende Phasen: Anforderungsanalyse, Design, Implementierung, Test, Auslieferung und Wartung. Jede Phase wird vollständig abgeschlossen, bevor die nächste beginnt – ähnlich einem Wasserfall, der Stufe für Stufe nach unten fließt. Vorteile sind die gute Planbarkeit von Aufwand und Terminen. Nachteilig ist, dass Fehler aus frühen Phasen erst spät entdeckt werden und Änderungen teuer sind.

Agile Entwicklung

Agile Methodiken entstanden als Gegenentwurf zu schwerfälligen Phasenmodellen. Das Agile Manifest von 2001 definiert Werte wie funktionierende Software über umfangreiche Dokumentation und Zusammenarbeit mit dem Kunden über Vertragsverhandlungen. Agile Projekte arbeiten iterativ: In kurzen Zyklen entstehen lauffähige Zwischenstände, die der Kunde früh testet. Mehr dazu im Artikel Agile Entwicklung.

Scrum und Kanban im Vergleich

Scrum organisiert die Arbeit in festen Zeitfenstern (Sprints) mit definierten Rollen wie Product Owner und Scrum Master. Kanban setzt dagegen auf einen kontinuierlichen Fluss mit begrenzter gleichzeitiger Arbeit (Work in Progress). Beide sind agil, unterscheiden sich aber in Rhythmus und Regeln.

Welche Methodik passt?

Die Wahl hängt vom Projekt ab: Bei klaren, stabilen Anforderungen (etwa behördliche Ausschreibungen) kann ein Phasenmodell sinnvoll sein. Bei Produkten mit unsicheren Anforderungen oder häufigem Kundenfeedback sind agile Methodiken im Vorteil. Entscheidend ist, dass die Methodik zum Team und zur Organisationskultur passt – und dass sie den Prozess messbar macht, etwa durch Workflows, Automatisierung und CI/CD. Qualität wird unabhängig von der Methodik durch Testing gesichert.