Ein Passwort-Manager (auch Passwortmanager oder Passwort-Tresor) ist eine Software, die alle Zugangsdaten eines Nutzers verschlüsselt an einem Ort speichert. Man merkt sich nur noch ein einziges starkes Master-Passwort; der Manager übernimmt das Erzeugen, Speichern und Eintragen aller übrigen Passwörter.

Wie funktioniert ein Passwort-Manager?

Der Tresor (englisch Vault) ist mit einem starken Schlüssel verschlüsselt, der aus dem Master-Passwort abgeleitet wird — dafür kommen langsame Schlüsselableitungsverfahren wie PBKDF2 oder Argon2 zum Einsatz. Selbst wenn die Datendatei oder die Cloud-Synchronisation des Anbieters gestohlen wird, bleibt der Inhalt ohne Master-Passwort unlesbar. Beim Ausfüllen von Login-Formularen setzt der Manager die Zugangsdaten direkt in die Felder ein (Autofill) — dadurch schützt er auch vor Keyloggern, weil nichts über die Tastatur getippt wird.

Warum ein Passwort-Manager?

  • Einzigartige Passwörter: Er erzeugt pro Dienst ein eigenes, starkes Passwort — Wiederverwendung und damit Credential Stuffing entfallen.
  • Starke Passwörter: Der integrierte Generator liefert lange, zufällige Zeichenketten, die kein Mensch sich merken müsste.
  • Schutz vor Phishing: Seriöse Manager prüfen die Ziel-Adresse und füllen nur auf der echten Website aus — ein Phishing-Portal bekommt keine Zugangsdaten.
  • Passwortwechsel leicht gemacht: Verstößt ein Dienst, wird das betroffene Passwort in wenigen Klicks ersetzt.

Arten und Beispiele

Es gibt lokale Tresore wie KeePass (mit der modernen Variante KeePassXC), cloud-synchronisierte Dienste wie Bitwarden (Open Source) oder 1Password sowie die integrierten Manager von Betriebssystemen und Browsern. Der Browser-Manager ist praktisch, deckt aber oft nur den Browser ab — ein eigenständiger Manager funktioniert geräte- und browserübergreifend. Browser und Passwort-Manager können sich dabei ergänzen; der Passkey-Standard (Passkeys) lässt sich ebenfalls in Passwort-Managern verwalten.

Sicherheit des Master-Passworts

Das Master-Passwort ist der schwächste Punkt: Es sollte lang und einzigartig sein (eine Passphrase aus mehreren Wörtern), niemals wiederverwendet werden und regelmäßigen Schutz gegen Wörterbuchangriffe bieten. Zusätzlich sichern viele Manager den Tresor mit Zwei-Faktor-Authentifizierung ab. Eine Passwort-Richtlinie im Unternehmen legt verbindlich fest, wie solche Werkzeuge eingesetzt werden.

Verwandte Grundlagen: Brute-Force-Angriff, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Passwort-Hashing, Einmalpasswort, Salt.