Provisionierung (englisch Provisioning) ist der Prozess, IT-Ressourcen automatisiert bereitzustellen und einsatzbereit zu machen — vom Anlegen einer virtuellen Maschine über die Installation des Betriebssystems bis zur Grundkonfiguration. Sie ist der erste Schritt im Lebenszyklus eines Systems und die Voraussetzung für das Konfigurationsmanagement, das danach den Zustand dauerhaft sichert.

Bereiche der Provisionierung

  • Bare-Metal-Provisionierung: Physische Server werden über Netzwerk-Boot (PXE), automatische Installation und Konfigurationsdateien ohne manuellen Eingriff eingerichtet.
  • Cloud-Provisionierung: In der Cloud werden VMs, Netzwerke, Speicher und Sicherheitsgruppen per API und Template angelegt — oft in Sekunden und stundenweise abgerechnet.
  • Container-Provisionierung: Container-Plattformen wie Kubernetes legen Pods, Dienste und Volumes deklarativ an und überwachen sie selbst.

Provisionierung vs. Konfigurationsmanagement

Die Grenze ist fließend, aber klar: Provisionierung schafft die Ressource und bringt sie in einen nutzbaren Grundzustand (Server existiert, OS läuft, Netzwerk verbunden). Konfigurationsmanagement hält das System danach im gewünschten Zustand, installiert Software, pflegt Dienste und behebt Abweichungen. Beides gehört zum Deployment-Prozess: Erst provisionieren, dann konfigurieren, dann betreiben.

Werkzeuge

In Cloud-Umgebungen läuft Provisionierung häufig über Infrastructure as Code-Templates, etwa mit Terraform. Für die Grundkonfiguration frischer Systeme kommen danach Konfigurationsmanagement-Werkzeuge wie Ansible, Puppet, Chef oder SaltStack zum Einsatz.

Verwandte Grundlagen: Konfigurationsmanagement, SaltStack, Terraform, Infrastructure as Code, Deployment.