Der Proxmox Backup Server (PBS) ist eine freie Backup-Lösung aus dem Umfeld von Proxmox VE. Er ist auf virtuelle Maschinen, Container und Dateisicherungen spezialisiert und kombiniert Block-Deduplizierung mit inkrementellen Sicherungen und einer integrierten Verifikation.

Wie die Effizienz entsteht

Zwei Mechanismen greifen ineinander:

  • Deduplizierung auf Chunk-Ebene: Der Datenstrom wird in variable Blöcke zerlegt und über einen Hash verglichen. Bereits vorhandene Blöcke werden nicht erneut gespeichert, auch nicht über verschiedene VMs oder Sicherungsstände hinweg. Das spart besonders bei virtuellen Maschinen mit ähnlichen Betriebssystemen viel Platz.
  • Inkrementelle Sicherung über Dirty Bitmaps: QEMU führt pro Festplatte eine Bitmap darüber, welche Bereiche seit dem letzten Lauf beschrieben wurden. Beim nächsten Backup liest PBS nur diese Bereiche. Wichtig: Ein Neustart, eine Migration oder ein Abschalten der VM setzt die Bitmap zurück – dann läuft wieder eine volle Sicherung. Lange Laufzeiten eines einzelnen Jobs sind deshalb kein Fehler, sondern ein Hinweis auf genau das.

Datastore, Chunks und Aufbewahrung

Die Sicherungen liegen in einem Datastore, der aus zwei Bereichen besteht: den unveränderlichen Chunk-Dateien und dem Metadatenbereich mit den Snapshot-Definitionen. Daraus folgen drei praktische Konsequenzen:

  1. Ein Datastore lässt sich prune – nicht mehr benötigte Snapshot-Daten werden beim Garbage Collect entfernt.
  2. Ein Snapshot kann unveränderlich („protected“) gesetzt werden und ist dann gegen Löschen und Überschreiben geschützt. Das ist die wirksame Abwehr gegen Ransomware im Backup-Pfad.
  3. Der Datastore kann auf ZFS laufen und von dessen Kompression und Snapshots profitieren.

Funktionen im Betrieb

  • Verify Jobs: Sicherungen werden im Hintergrund gegen ihre Prüfsummen nachgerechnet. Nur so ist bekannt, dass eine Sicherung auch lesbar ist.
  • Sync Jobs: Ein zweiter PBS zieht Sicherungen von einem anderen – die Grundlage einer Offsite-Kopie.
  • Prune Jobs und Retention: Aufbewahrung nach Tagen, Wochen, Monaten und Jahren, konfigurierbar pro Datastore.
  • Benutzer und Rechte: getrennte Konten für Backup-Client, Sync und Administration, dazu API-Tokens für die Anbindung an Proxmox VE.
  • Restore: einzelne Dateien über den Datei-Browser oder die Volldatenwiederherstellung per CLI, dazu proxmox-backup-client für Hosts.

Einordnung

Für reine Dateisicherungen auf Servern sind Restic oder Borg oft praktischer, weil sie ohne zusätzliche Infrastruktur auskommen. Sobald aber virtuelle Maschinen und LXC-Container im Spiel sind, ist der PBS der passende Weg – vor allem, weil er beim Restore einer VM kein laufendes Dateisystem konsistent halten muss, sondern blockweise schreiben kann. Der Aufbau folgt der klassischen 3-2-1-Regel: ein Datastore vor Ort, ein synchronisierter zweiter an einem anderen Standort, Verifikation im Hintergrund.

Verwandte Grundlagen: Backup, Proxmox VE, Restic, Offsite-Backup.