Ein Rauchansaugsystem — fachlich Ansaugrauchmelder (ARM), veraltet auch RAS genannt — ist ein Brandmelder, der eine ganze Anordnung punktförmiger Rauchmelder ersetzen kann. Statt zu warten, bis Rauch von selbst in eine Melderkammer steigt, saugt das System die Luft aktiv an. Die Produktnorm DIN EN 54-20 definiert dafür die Klassen A, B und C.
Funktionsprinzip
Ein Ansaugrauchmelder besteht aus einem Rohrsystem und einer Auswerteeinheit mit einer oder mehreren Detektionseinheiten. In das Rohrsystem werden Ansaugöffnungen eingebracht; Ansaugreduzierungsfolien oder Schellen stellen einen definierten Ansaugdurchmesser sicher. Ein integrierter Lüfter saugt kontinuierlich Luft aus dem Überwachungsbereich an — jede Ansaugöffnung zählt dabei als punktförmiger Rauchmelder.
Je nach Umgebung kommen zwischen Rohrsystem und Detektionseinheit Luftfilter, Kondensatabscheider oder Magnetfilter zum Einsatz. In der Detektionseinheit sitzen in der Regel besonders empfindliche optische Rauchmelder, weil sich der Rauch auf dem Weg durchs Rohrnetz mit rauchfreier Luft verdünnt. Angegeben wird die Empfindlichkeit als Lichttrübung pro Meter; Werte von 0,005 bis 20 %/m sind üblich. Eine Überwachung des Luftstroms erkennt verschmutzte Filter oder eine Verstopfung als Störung.
Klassen und Einbaugrenzen
- Klasse A — sehr hohe Empfindlichkeit, Einsatz bis 20 m Raumhöhe.
- Klasse B — bis 16 m Raumhöhe.
- Klasse C — Empfindlichkeit vergleichbar mit punktförmigen Rauchmeldern, bis 12 m Raumhöhe.
Die Klassifizierung bezieht sich auf die Empfindlichkeit an der Ansaugstelle, nicht an der Detektionseinheit. Sie hängt von beiden Größen ab: Ein System mit 0,15 %/m an der Detektionseinheit und 20 Ansaugstellen erreicht an den Ansaugstellen nur noch etwa 3 %/m. Nach DIN VDE 0833-2 und der VdS-Richtlinie 2095 darf ein Ansaugrauchmelder höchstens einen Melderbereich von 1.600 m² überwachen, und für jede einzeln identifizierbare Ansaugleitung ist eine eigene Meldergruppe vorzusehen.
Wo die Stärken liegen
Der zentrale Vorteil ist die Erkennung von kaltem Rauch, der nicht zur Decke aufsteigt — genau das passiert in Doppelböden, Zwischendecken und Kabelkanälen, wo konventionelle Melder kaum etwas erfassen. Rohrnetze können mehrere hundert Meter lang sein; die überwachte Fläche liegt damit rechnerisch über 2.000 m². Wird das Rohr in der Zwischendecke verlegt, sind im Raum nur wenige Zentimeter große, flache Deckendurchführungen sichtbar — ein Argument für Museen, Archive und denkmalgeschützte Bereiche.
Eine Grenze ist systembedingt: Je Auswerteeinheit entsteht nur eine Brandmeldung, eine Zuordnung zu einem bestimmten Schaltschrank ist nicht möglich. Wird das Rohrsystem dagegen auf mehrere Meldergruppen aufgeteilt, lässt sich der Bereich wieder eingrenzen.
Zusammenspiel
In sensiblen Bereichen arbeitet das Rauchansaugsystem als Detektion der Brandmeldeanlage (BMA) eng mit der Löschtechnik zusammen: Detektiert das System früh, kann eine Gaslöschanlage den Brand bereits in der Entstehungsphase ersticken. Typische Einsatzorte sind Serverräume und Technikflächen im Rechenzentrum sowie die Verkabelungsebene im Doppelboden, während die Racks im Raum üblicherweise in Kaltgang und Warmgang aufgestellt sind.