TLS 1.3 (Transport Layer Security, Version 1.3) ist der aktuelle Standard für verschlüsselte Verbindungen im Internet. Die Spezifikation RFC 8446 erschien im August 2018 und ersetzt die Vorgängerversion TLS 1.2. Heute läuft fast jede HTTPS-Verbindung im Web mit TLS 1.3.

Was TLS 1.3 anders macht

Gegenüber TLS 1.2 wurde das Protokoll grundlegend neu entworfen. Der Handshake benötigt nur noch eine Hin- und Rückrunde (1-RTT) statt zwei; bei Wiederverbindungen sind 0-RTT-Aufbau und das direkte Senden von Daten im ersten Paket möglich. Dafür wurden veraltete Mechanismen konsequent entfernt: RSA-Schlüsseltausch, CBC-Betriebsmodi, RC4, SHA-1 und Kompressionsverfahren, die Angriffe wie CRIME ermöglichten.

Moderne Kryptographie als Pflicht

TLS 1.3 schreibt Perfect Forward Secrecy vor: Der Schlüsselaustausch läuft ausschließlich über (elliptische) Diffie-Hellman-Verfahren, sodass abgefangene Verbindungen auch bei späterem Schlüsselverlust nicht entschlüsselt werden können. Als Verschlüsselung kommen nur noch AEAD-Verfahren wie AES-GCM oder ChaCha20-Poly1305 zum Einsatz, die Schlüsselableitung übernimmt HKDF. Die Cipher Suite trägt nun ein einheitliches Namensschema wie TLS_AES_128_GCM_SHA256.

TLS 1.3 ist außerdem die Pflicht-Verschlüsselung für QUIC und damit für HTTP/3. Auch die Zeitsynchronisation profitiert: Network Time Security (NTS) authentifiziert NTP-Server über TLS-Verbindungen.

Verwandte Grundlagen: TLS-Handshake, SSL/TLS, Zertifikat, Verschlüsselung, HTTPS, NTP.