Die Uptime (englisch für „Betriebszeit") gibt an, wie lange ein Computer, Server oder Dienst ohne Unterbrechung und ohne Neustart in Betrieb ist. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Hochverfügbarkeit von IT-Systemen: Je länger die Uptime, desto stabiler läuft das System.

Uptime messen

Unter Linux und Unix zeigt der Befehl uptime auf einen Blick, wie lange das System bereits läuft:

uptime
 10:23:41 up 47 days,  3:12,  2 users,  load average: 0.52, 0.38, 0.31

Die Ausgabe enthält die aktuelle Uhrzeit, die Laufzeit (hier 47 Tage), die Zahl der angemeldeten Benutzer und die Load Average. Ein Neustart setzt die Uptime auf null zurück — ein Server, der täglich neu startet, hat also keine lange Uptime, auch wenn er zwischendurch stabil läuft.

Uptime und Verfügbarkeit

Im professionellen Betrieb wird Uptime meist als prozentuale Verfügbarkeit angegeben — einer der zentralen Werte der Hochverfügbarkeit. Üblich sind Service-Level-Vereinbarungen (SLAs):

  • 99 % Uptime: bis zu 87,6 Stunden Ausfall pro Jahr
  • 99,9 % Uptime: bis zu 8,8 Stunden Ausfall pro Jahr
  • 99,99 % Uptime: bis zu 52,6 Minuten Ausfall pro Jahr

Diese Werte gelten meist für den Zugriff von außen — ein einzelner Neustart ist bei einem hochverfügbaren Cluster kaum messbar, weil andere Knoten die Arbeit übernehmen.

Praxis-Tipps

  • Lange Uptime ist kein Selbstzweck: Nach Sicherheitsupdates oder Kernel-Patches ist ein geplanter Neustart normal und wichtig.
  • Die Uptime einzelner Dienste prüft man mit systemctl status (systemd) oder über Monitoring-Systeme.
  • Daemons wie Webserver oder Datenbanken sollten über Jahre ohne Unterbrechung laufen können — genau dafür ist Init-System-basiertes Prozessmanagement da.

Verwandte Begriffe: Load Average, Prozess, Monitoring.