Zabbix ist eine freie Monitoring-Plattform, die Server, Netzwerkgeräte, Dienste und Anwendungen überwacht und bei Schwellwertverletzungen alarmiert. Das Projekt startete 2001 als internes Werkzeug des lettischen Unternehmens Zabbix SIA und wird seitdem aktiv als Open Source unter der AGPLv3 entwickelt.

Architektur: Server, Proxy, Agent

Zabbix besteht aus vier Bausteinen:

  • Zabbix Server – die zentrale Instanz. Sie sammelt Werte, wertet Trigger aus, verschickt Alarme und speichert alles in einer Datenbank.
  • Zabbix Proxy – ein Ableger für abgeschottete Netze oder Standorte. Er sammelt lokal und schiebt die Daten gesammelt an den Server, was Latenz und Last senkt.
  • Zabbix Agent – ein kleiner Dienst auf dem überwachten Host. Der klassische C-Agent liefert Werte auf Anfrage (passiv) oder drückt sie selbst (aktiv). Der seit Version 4.0 verfügbare Agent 2 ist in Go geschrieben, führt Prüfungen parallel aus und lässt sich über Plugins erweitern.
  • Frontend – die PHP-Weboberfläche für Konfiguration und Dashboards.

Messwerte, Items und Trigger

Alles dreht sich um drei Begriffe. Ein Item ist eine einzelne Messgröße, etwa CPU-Auslastung oder freier Plattenplatz. Ein Trigger ist eine Bedingung über einem Ausdruck, zum Beispiel last(/host/system.cpu.load[all,avg1])>5. Ein Action legt fest, was bei Auslösung passiert – Mail, Webhook, Skript oder Ticket.

Neben agentbasierten Items beherrscht Zabbix SNMP, IPMI, JMX, HTTP-Agent und Datenbank-Abfragen. Damit lassen sich Switches, Server-Hardware, Java-Anwendungen und Webseiten aus einer Hand überwachen.

Templates statt Handarbeit

Praxisrelevant ist das Template-System: Ein Template bündelt Items, Trigger, Grafiken und Regeln für einen Gerätetyp. Solche Templates werden an Hosts vererbt und zentral gepflegt. Große Umgebungen binden Geräte über Host-Autoregistrierung oder Netzwerk-Discovery selbst ein. Ab Version 6.0 LTS arbeitet der Server zusätzlich hochverfügbar im Cluster, Kubernetes lässt sich direkt überwachen und Anomalien können über Machine-Learning-Ausdrücke erkannt werden.

Wann Zabbix passt

Zabbix ist die richtige Wahl, wenn eine Umgebung gewachsen ist und alles – vom Switch bis zur Datenbank – in einer Oberfläche landen soll, inklusive Historie, SLA-Reports und Eskalationsketten. Wer dagegen ausschließlich Cloud-native-Workloads betreut und Metriken im Pull-Verfahren als Zeitreihe sammeln will, ist mit Prometheus und Grafana schlanker unterwegs; für Log-Analyse ergänzt Graylog.

Verwandte Grundlagen: Monitoring, Observability, Monitoring mit Prometheus und Grafana, Alertmanager.