Carbon ist eine experimentelle Programmiersprache, die Google als Nachfolger von C++ entwickelt. Vorgestellt hat sie Chandler Carruth im Juli 2022 auf der CppNorth-Konferenz in Toronto. Carbon will die Stärken von C++ (Performance, Low-Level-Zugriff) mit modernen Sprachkonzepten verbinden, ohne die Altlasten von C++ erben zu müssen — vergleichbar mit der Rolle, die TypeScript für JavaScript oder Kotlin für Java spielt.

Erste Schritte

Carbon wird derzeit als Open-Source-Projekt auf GitHub entwickelt (carbon-language/carbon-lang). Der Compiler basiert auf LLVM. Ein erster Einstieg sieht so aus:

// carbon compile --output=hello hello.carbon
package Hello api;

fn Main() -> i32 {
  Print("Hello, Carbon!");
  return 0;
}

Wichtige Konzepte und Befehle

  • fn deklariert Funktionen; die Rückgabe wird mit -> angegeben.
  • let bindet unveränderliche Werte, var deklariert veränderliche Variablen.
  • package organisiert Code in Module (hier package Hello api;).
  • class, interface und impl bilden das typsichere OOP-/Generics-System.
  • match ersetzt switch und unterstützt Musterabgleich.
  • Der Compiler wird als carbon-Werkzeug aufgerufen; die Toolchain läuft über carbon build/carbon test.

Abgrenzung zu C++

Carbon übernimmt die Performance von C++, setzt aber auf eine einfachere, konsistente Grammatik mit einleitenden Schlüsselwörtern. Es bietet ein modernes Generics-System und modulare Code-Organisation statt der historisch gewachsenen C++-Präprozessor- und Header-Struktur. Der Fokus liegt auf Interoperabilität: Bestehender C++-Code soll sich schrittweise nach Carbon migrieren lassen.

Verwandte Grundlagen: Zig-Befehle, Rust-Befehle, C3-Befehle, Vale-Befehle, C und C++.