timedatectl ist das zentrale Werkzeug der systemd-Welt, um Datum, Uhrzeit, Zeitzone und automatische Zeitsynchronisation zu verwalten. Es ersetzt die klassischen Einzelbefehle date, tzselect und das manuelle Editieren von /etc/timezone durch eine einheitliche Schnittstelle — die eigentliche Synchronisation übernimmt systemd-timesyncd.
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timedatectl
Local time: Mi 2026-09-07 21:15:00 CEST
Universal time: Mi 2026-09-07 19:15:00 UTC
RTC time: Mi 2026-09-07 19:15:00
Time zone: Europe/Berlin (CEST, +0200)
System clock synchronized: yes
NTP service: active
Die Ausgabe zeigt Lokalzeit, UTC, die Hardware-Uhr (RTC), die eingestellte Zeitzone und ob der NTP-Dienst aktiv ist.
Wichtige timedatectl-Befehle
timedatectl list-timezones: listet alle verfügbaren Zeitzonen (zum BeispielEurope/Berlin).sudo timedatectl set-timezone Europe/Berlin: setzt die Zeitzone dauerhaft; Änderungen an der RTC oder an/etc/localtimeübernimmt das Werkzeug selbst.sudo timedatectl set-time "2026-09-07 21:30:00": stellt Datum und Uhrzeit direkt — funktioniert nur, wenn die NTP-Synchronisation ausgeschaltet ist.sudo timedatectl set-ntp true: aktiviert die automatische Zeitsynchronisation übersystemd-timesyncd(beziehungsweise den angebundenen NTP-Client der Distribution);set-ntp falseschaltet sie aus.sudo timedatectl set-local-rtc true: legt fest, ob die Hardware-Uhr in Lokalzeit statt UTC läuft — für Windows-Dual-Boot üblich, für Linux-Server meist falsch.timedatectl status: entspricht dem Aufruf ohne Argumente.
Praxis-Tipps
- Meldet
set-ntp„NTP not supported“, ist kein Zeitdienst installiert — dann hilft ein NTP-Daemon wie chrony, der über chronyc-Befehle gesteuert wird. - systemd-timesyncd ist ein schlanker Client ohne Server-Funktion; wer das eigene Netz mit Zeit versorgen will, setzt chrony oder ntpd ein und prüft die Server mit ntpq-Befehle.
- Für reine Datums-/Zeitausgaben im Terminal ist weiterhin
datedas Werkzeug der Wahl — siehe date-Befehle.
Verwandte Grundlagen: NTP, systemctl und journalctl.