Dateisysteme erklärt: ext4, NTFS, ZFS und Co.
Ein Dateisystem legt fest, wie ein Speichermedium Daten organisiert: wo Dateien liegen, wie sie heißen, wer sie lesen darf und wie der Platz verwaltet wird. Ohne Dateisystem wäre ein Datenträger nur eine riesige Byte-Folge. Jedes Betriebssystem bringt eigene Dateisysteme mit – und für Server gibt es spezielle Anforderungen.
Die wichtigsten Dateisysteme
- ext4 – Standard unter Linux. Robust, ausgereift, unterstützt Journalling (Schutz vor Datenverlust bei Abstürzen). Für fast alle Linux-Systeme die erste Wahl.
- NTFS – Standard von Windows. Unterstützt Rechte (ACLs), Kompression und Verschlüsselung (EFS). Für Wechseldatenträger zwischen Windows und Linux nutzbar (ntfs-3g).
- ZFS – modernes Dateisystem mit integriertem Volume-Manager, Snapshots und Checksummen gegen stille Datenkorruption. Beliebt bei NAS und Servern – braucht aber RAM.
- XFS – skalierbar für große Dateien, Standard bei RHEL/Rocky und vielen NAS-Systemen.
- APFS – Apple: SSDs optimiert, Snapshots und Verschlüsselung.
- exFAT – für USB-Sticks und SD-Karten, da ohne 4-GB-Limit (anders als FAT32) und plattformübergreifend.
Begriffe, die man kennen sollte
- Partition: ein abgegrenzter Bereich eines Datenträgers – ein Dateisystem lebt auf einer Partition.
- Mount: unter Linux wird ein Dateisystem in den Verzeichnisbaum eingehängt, z. B.
mount /dev/sda1 /mnt. - Swap: Auslagerungsdatei/-partition, kein Dateisystem im engeren Sinn, aber wichtig für den Arbeitsspeicher.
- Inode: Metadaten-Eintrag einer Datei (Besitzer, Rechte, Blockadressen) – bei ext4 begrenzt die Inode-Zahl die Dateianzahl.
Welches Dateisystem wofür?
- Linux-Server: ext4 (einfach, bewährt) oder XFS (große Dateien).
- NAS/Backup: ZFS oder Btrfs wegen Snapshots und Checksummen.
- Wechselmedien: exFAT für maximale Kompatibilität.
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