Amplitudenmodulation (AM) ist das älteste Modulationsverfahren der Nachrichtentechnik: Die Amplitude (Höhe) einer hochfrequenten Trägerwelle wird im Takt des zu übertragenden Nutzsignals verändert – die Frequenz bleibt konstant. So lässt sich zum Beispiel Sprache oder Musik drahtlos übertragen.
So funktioniert AM
Ein Sender erzeugt eine kontinuierliche Trägerschwingung, etwa im Mittelwellen-Bereich. Das Nutzsignal (z. B. ein Mikrofonsignal mit Frequenzen bis 4,5 kHz bei Sprachübertragung) wird der Trägeramplitude aufgeprägt: Ist das Nutzsignal positiv, wird die Trägerwelle höher, ist es negativ, wird sie niedriger. Die Hüllkurve der gesendeten Schwingung entspricht damit exakt dem Nutzsignal. Der Modulationsgrad gibt an, wie stark die Amplitude ausgesteuert wird – bei 100 % reicht die Hüllkurve genau bis auf null herunter.
Seitenbänder und Bandbreite
Durch die Modulation entstehen um die Trägerfrequenz herum zwei Seitenbänder (oberes und unteres), die je die Breite der höchsten Modulationsfrequenz haben. Ein AM-Sender belegt dadurch die doppelte Bandbreite seiner höchsten Nutzfrequenz: Bei einer Audio-Grenzfrequenz von 4,5 kHz sind das rund 9 kHz – das ist schmal, weshalb im AM-Bereich viele Sender nebeneinander Platz finden. Der Preis: AM ist anfällig für Störungen, weil sich Rauschen und Gewitter direkt auf die Amplitude auswirken, und benötigt vergleichsweise viel Sendeleistung für die Trägerwelle, die selbst keine Information trägt.
Wo AM heute noch steckt
- Rundfunk: Langwelle (148,5–283,5 kHz), Mittelwelle (526,5–1606,5 kHz) und Kurzwelle (3,9–26,1 MHz) nutzen klassisch AM – die Kurzwelle wegen ihrer großen Reichweite über Reflexion an der Ionosphäre.
- Flugfunk: Der Sprechfunk im VHF-Bereich (118–137 MHz) arbeitet mit AM auf 8,33 kHz-Kanalraster.
- Langwelle-Zeitzeichen: Der deutsche Zeitzeichensender DCF77 sendet seine Informationen amplitudenmoduliert auf 77,5 kHz.
Die digitale Nachfolgerin ist die Amplitudenumtastung (ASK), bei der die Amplitude nur zwischen zwei diskreten Werten wechselt. Verwandte Grundlagen: Frequenzmodulation, Phasenmodulation, DSP.