Amplitudenumtastung (englisch Amplitude Shift Keying, ASK) ist ein digitales Modulationsverfahren: Die Amplitude einer Trägerwelle wird zwischen zwei oder mehr diskreten Werten umgeschaltet, um Bits zu übertragen. Sie ist die digitale Schwester der analogen Amplitudenmodulation (AM).
So funktioniert ASK
Bei der binären ASK stehen zwei Amplitudenwerte für 0 und 1. Die einfachste Form ist das On-Off-Keying (OOK): Der Träger wird für eine 1 eingeschaltet und für eine 0 ausgeschaltet. Möglich sind auch mehrere Amplitudenstufen – mit vier Werten lassen sich pro Symbol zwei Bits übertragen (Symbole 00, 01, 10, 11).
Anwendungen
- DCF77-Zeitzeichensender: Die Funkuhr-Signale auf 77,5 kHz werden amplitudenumgetastet – die Sendeleistung wird im Sekundentakt für 100 oder 200 ms auf 25 % abgesenkt, die Dauer der Absenkung kodiert ein Bit.
- Funkfeuer und Morsetelegrafie: Historisch wurde ASK (als reine Tastung) in der Funktelegrafie eingesetzt; Amateurfunk nutzt sie bis heute.
- Optische Übertragung: Infrarot-Fernbedienungen und viele Lichtschranken arbeiten mit OOK.
- RFID: Viele Transponder-Verfahren (etwa ISO/IEC 14443) modulieren die Antwort amplitudenumgetastet.
Eigenschaften
ASK ist einfach aufzubauen, aber wie die analoge AM anfällig für Amplitudenstörungen und Rauschen – ein Grund, warum in der Praxis oft die störfestere Frequenzumtastung (FSK) oder die Phasenumtastung (PSK) bevorzugt wird. Kombiniert man Amplituden- und Phasenstufen, erhält man die Quadratur-Amplitudenmodulation (QAM), die in WLAN und Mobilfunk steckt.
Verwandte Grundlagen: Amplitudenmodulation, Bandbreite.