Community Cloud ist ein Cloud-Bereitstellungsmodell, bei dem sich mehrere Organisationen mit gemeinsamen Anforderungen eine Cloud-Infrastruktur teilen. Die Mitglieder einer Community stammen oft aus derselben Branche oder Region und haben ähnliche Sicherheits-, Datenschutz- oder Compliance-Vorgaben (etwa Behörden, Krankenhäuser oder Forschungseinrichtungen). Die Infrastruktur kann von einer der Organisationen selbst oder von einem Drittanbieter betrieben werden — auch innerhalb oder außerhalb der Räumlichkeiten der Mitglieder.

Idee

Die Community Cloud liegt zwischen Public Cloud und Private Cloud: Die Kosten der Infrastruktur werden auf mehrere Mitglieder verteilt (günstiger als eine Private Cloud), während die Umgebung exklusiv für die Gruppe bleibt (kontrollierter als eine Public Cloud). So lassen sich gemeinsame Standards und der Schutz sensibler Daten besser durchsetzen.

Beispiele

  • Öffentliche Verwaltung: Behörden-Clouds, in denen mehrere Kommunen oder Landesbehörden dieselbe zertifizierte Plattform nutzen.
  • Gesundheitswesen: Austauschplattformen für Kliniken mit gemeinsamen Datenschutzauflagen.
  • Forschung: Wissenschaftliche Einrichtungen teilen Rechenkapazität für gemeinsame Projekte.
  • Initiativen wie Gaia-X verfolgen ähnliche Ideen für souveräne, föderierte Datenräume in Europa.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Geteilte Kosten, branchenspezifische Compliance, mehr Kontrolle als in der Public Cloud.
  • Nachteile: Abhängigkeit vom Community-Betreiber, weniger Flexibilität als ein eigener Betrieb, komplexe Abstimmung zwischen den Mitgliedern.

Abgrenzung

Die Hybrid Cloud kombiniert Public und Private Cloud, die Multi-Cloud bündelt mehrere Public-Cloud-Anbieter. In der Praxis ist die Community Cloud seltener als die anderen Bereitstellungsmodelle — die NIST-Definition (Cloud-Computing-Standard SP 800-145) führt sie aber als eigenständiges Modell.