Private Cloud (deutsch: private oder firmeneigene Cloud) ist ein Bereitstellungsmodell, bei dem die Cloud-Infrastruktur ausschließlich für eine einzige Organisation betrieben wird. Sie kann im eigenen Rechenzentrum stehen (On-Premises) oder bei einem Anbieter als exklusiv gemietete Umgebung (Hosted Private Cloud). Die Selbstbedienungs- und Abrechnungsmechanismen ähneln denen einer Public Cloud — nur eben ohne geteilte Nutzung mit fremden Mietern.
Technischer Aufbau
Private Clouds entstehen meist durch Virtualisierung: Eine Verwaltungsebene (Cloud-Stack) stellt aus einem Server-Pool selbstständig virtuelle Maschinen, Speicher und Netzwerke bereit. Verbreitete Software dafür sind VMware, OpenStack, Proxmox oder Kubernetes-basierte Plattformen. In einer virtualisierten Umgebung lassen sich so interne Cloud-Dienste mit Self-Service-Portal und automatischer Skalierung aufbauen.
Vorteile
- Kontrolle: Hardware, Datenstandort und Sicherheitsrichtlinien bleiben in der eigenen Hand.
- Compliance: Sensible oder regulierte Daten (Gesundheit, Finanzen, Behörden) müssen das Unternehmen nicht verlassen.
- Planbare Kosten: Nach der Investition in Hardware entstehen keine nutzungsabhängigen Gebühren.
Nachteile
- Hohe Anschaffungs- und Betriebskosten: Hardware, Strom, Kühlung und Fachpersonal.
- Skalengrenzen: Die Kapazität ist durch die eigene Hardware begrenzt, Lastspitzen lassen sich nicht kurzfristig abfangen.
- Eigene Verantwortung für Ausfallsicherheit, Backups und Sicherheitsupdates.
Abgrenzung
Die Hybrid Cloud verbindet Private Cloud und Public Cloud miteinander. Die Community Cloud ist eine Sonderform für mehrere Organisationen mit gemeinsamen Interessen, die Multi-Cloud betrifft mehrere Public-Cloud-Anbieter. Wichtig: Eine Private Cloud ist nicht dasselbe wie ein klassisches Rechenzentrum — erst die Virtualisierung mit Self-Service macht daraus eine Cloud (Cloud-Computing-Merkmale).