Double NAT (deutsch „doppelte Netzadressübersetzung“) liegt vor, wenn zwei NAT-Geräte hintereinander betrieben werden – typischerweise ein Modem oder Router des Internetanbieters und ein eigener WLAN-Router, der weiterhin im NAT-Modus läuft statt im Bridge-Modus.
Auswirkungen
- Eine Portweiterleitung am inneren Router reicht nicht aus: Auch das äußere Gerät muss den Port weiterleiten, sonst erreicht der Datenverkehr das interne Gerät nicht.
- Online-Spiele melden häufig „Double NAT detected“ oder einen strikten NAT-Typ, weil Peer-to-Peer-Verbindungen erschwert werden.
- Anwendungen mit NAT-Traversal wie WebRTC und VoIP haben mehr Schwierigkeiten, einen direkten Pfad zu finden.
Ursachen
Double NAT entsteht etwa, wenn das ISP-Modem im Router-Modus (statt im Bridge-Modus) betrieben wird und dahinter ein weiterer Router hängt, wenn zwei Router in einem Netzwerk verkettet sind oder wenn zusätzlich Carrier-Grade NAT (CGNAT) des Providers greift.
Lösungsansätze
- Am ISP-Gerät den Bridge-Modus oder IP-Passthrough aktivieren, sodass nur noch der eigene Router die Übersetzung übernimmt.
- Den eigenen Router in den DMZ-Modus des vorgeschalteten Geräts stellen.
- Beim Provider eine öffentliche IPv4-Adresse buchen oder einen VPN-Tunnel mit dedizierter IP nutzen, um CGNAT zu umgehen.
Abzugrenzen ist Double NAT vom Hairpin NAT (Verbindungen zur eigenen öffentlichen IP) und vom CGNAT des Providers – beide sind separate Phänomene.
Verwandte Grundlagen: NAT, NAT-Traversal, Port Forwarding, Hairpin NAT, Symmetrisches NAT.