Fibre Channel (FC) ist eine serielle Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle, die speziell für den Aufbau von Storage Area Networks (SAN) entwickelt wurde. Anders als Ethernet transportiert FC zuverlässig Blockdaten zwischen Servern und Speichersystemen, ohne dass Paketverluste den Datendurchsatz stören. Der Name ist historisch: Die ersten Implementierungen nutzten Glasfaser (fibre), heute sind auch Kupferkabel üblich.
Topologien und Ports
FC kennt drei Grundtopologien: Point-to-Point verbindet genau zwei Geräte, die ältere Arbitrated Loop (FC-AL) hängt bis zu 126 Geräte an einen gemeinsamen Ring. Der heutige Standard ist die Switched Fabric: FC-Switches vermitteln zwischen allen angeschlossenen Ports und erlauben beliebige Kommunikation parallel. Jedes Gerät hat einen weltweit eindeutigen WWPN (World Wide Port Name).
Die wichtigsten Porttypen: N_Port (Node, also Server oder Speicher), F_Port (Fabric-Port am Switch), E_Port (Verbindung zwischen zwei Switches, Expansion) und NL_Port/FL_Port für den Loop-Betrieb. In einer Fabric koppeln die Switches über E-Ports zu einem großen Verbund, in dem jeder Server jeden Speicher erreichen kann.
Zoning und Performance
Zur Sicherheit wird die Fabric in Zonen unterteilt: Per Zoning (WWPN-basiert) sehen Server nur die Speicher-Ports, die für sie bestimmt sind. Übliche Datenraten liegen bei 8, 16 oder 32 Gbit/s pro Link, neuere Generationen erreichen 64 Gbit/s und mehr. Weil FC eigene Kabel, Switches und Fachkenntnis braucht, ist es die teurere, aber extrem leistungsfähige und ausfallsichere Variante des SAN.
Abgrenzung zu iSCSI und FCoE
Während iSCSI SCSI-Befehle über vorhandene IP-Netze schickt, bleibt FC ein eigenes, paralleles Netz. FCoE wiederum verpackt FC-Frames in verlustfreies Ethernet, um separate FC-Kabel einzusparen. Für viele Unternehmen ist FC wegen seiner stabilen Latenzen und der klaren Trennung vom LAN bis heute die erste Wahl im Rechenzentrum.