iSCSI (Internet Small Computer Systems Interface) transportiert die klassischen SCSI-Kommandos für blockbasierten Speicherzugriff über normale IP-Netzwerke. Damit lassen sich Storage Area Networks aufbauen, ohne eigene Glasfaser-Infrastruktur und FC-Switches anzuschaffen — vorhandenes Ethernet und TCP/IP genügen. Die IETF standardisierte iSCSI 2004 (RFC 3720).

Initiator, Target und LUN

Zwei Rollen spielen zusammen: Der Initiator ist der Client (meist ein Server), der Speicherplatz anfordert. Das Target stellt den Speicher bereit — ein SAN-System, NAS oder ein Server mit iSCSI-Software. Die freigegebenen Speicherausschnitte heißen LUNs (Logical Unit Numbers). Der bereitgestellte Speicher wird in LUNs (Logical Unit Numbers) aufgeteilt, die der Initiator wie lokale Festplatten anspricht. Das Betriebssystem sieht also eine normale Blockdatei, auf der Dateisysteme und Datenbanken direkt arbeiten.

Transport, Sicherheit und Praxis

iSCSI läuft in der Regel über TCP (Port 3260) und nutzt die vorhandene Netzwerk-Infrastruktur. Weil der Verkehr durch normale Switches läuft, empfiehlt sich eine eigene VLAN- oder Subnetztrennung vom übrigen LAN. Zur Authentifizierung dient häufig CHAP; modernere Setup verschlüsseln die Übertragung zusätzlich mit IPsec. Für höheren Durchsatz werden eigene NICs, dedizierte Switches oder Jumbo Frames eingesetzt.

Vorteile und Abgrenzung

Der große Vorteil von iSCSI ist der Kostenvorteil: Es braucht keine Spezial-Hardware, sondern Standard-Ethernet. Die Latenzen sind höher als bei Fibre Channel, für die meisten Anwendungen aber völlig ausreichend. Gegenüber Dateifreigaben wie NFS oder SMB liefert iSCSI echten Blockzugriff — ideal für Datenbanken, virtuelle Maschinen und Failover-Cluster. Als Alternative mit ähnlicher Idee, aber anderem Transport, gilt FCoE.

Verwandte Grundlagen: iSCSI-Befehle, Latenz, VLAN, Ethernet.