Grid-Computing (englisch grid = Gitter, Verbundnetz) ist eine Form des verteilten Rechnens, bei der viele lose gekoppelte Computer zu einem virtuellen Supercomputer zusammengeschlossen werden. Anders als ein klassischer Cluster müssen die beteiligten Rechner weder am selben Ort stehen noch derselben Organisation gehören.
Wie funktioniert ein Grid?
Eine große Aufgabe wird in viele kleine Teilaufgaben zerlegt und auf die verfügbaren Rechner verteilt. Jeder Rechner bearbeitet seinen Anteil und liefert das Ergebnis zurück. Software wie das Globus Toolkit oder die Plattform BOINC koordiniert diese Verteilung. Bekanntestes Beispiel ist SETI@home (ab 1999), bei dem Millionen Freiwilliger ungenutzte Rechenzeit ihres Heimcomputers für die Suche nach außerirdischen Signalen spendeten.
Grid, Cluster und Cloud
Ein Cluster ist eng gekoppelt: Die Knoten stehen meist in einem Raum, gehören einer Organisation und arbeiten als ein System. Ein Grid ist dagegen geografisch und organisatorisch verteilt, heterogen und lose gekoppelt. Die Cloud wiederum stellt Ressourcen zentral und bedarfsgerecht über Virtualisierung bereit — viele Ideen des Grid-Computing sind in moderne Cloud- und Container-Infrastrukturen eingeflossen.
Bedeutung heute
Große wissenschaftliche Grids wie das LHC Computing Grid des CERN verarbeiten bis heute die Datenmengen der Teilchenphysik-Experimente. Als eigenständiges Marketingkonzept trat Grid-Computing gegenüber der Cloud jedoch in den Hintergrund. Für rechenintensive Spezialaufgaben bleibt es eine wichtige Ergänzung zu klassischem HPC.
Verwandte Grundlagen: Verteilte Systeme, Cloud-Computing, Supercomputer, HPC.