Ein Handover (auch Handoff) ist die Übergabe einer aktiven Verbindung von einer Funkzelle zur nächsten, während sich das Endgerät bewegt. Ohne Handover würde ein Gespräch oder eine Datensitzung beim Verlassen der Zelle abbrechen — der Mobilfunk wäre in der Praxis unbrauchbar.
Hard Handover
Beim Hard Handover (break-before-make) wird die alte Verbindung erst beendet, dann die neue aufgebaut. Dabei kann die Übertragung kurzzeitig aussetzen (typisch wenige Millisekunden). GSM und LTE nutzen dieses Verfahren — es ist einfach und spart Ressourcen.
Soft Handover
Beim Soft Handover (make-before-break) ist das Endgerät kurzzeitig mit zwei Basisstationen gleichzeitig verbunden. Erst wenn die neue Verbindung stabil steht, wird die alte abgebaut. Das vermeidet Unterbrechungen, verbraucht aber mehr Funkressourcen. CDMA- und UMTS-Netze setzen es ein.
Softer Handover
Beim Softer Handover wechselt das Gerät zwischen Sektoren derselben Basisstation — die Übergabe läuft intern ab, ohne dass das Kernnetz beteiligt ist.
Entscheidung und Messung
Das Netz misst laufend die Signalqualität (bei LTE etwa RSRP/RSRQ) und leitet den Handover ein, bevor die Verbindung abreißt. Eine Hysterese verhindert den Ping-Pong-Effekt, bei dem das Gerät zwischen zwei Zellen hin- und herwechselt. Handover ist nicht zu verwechseln mit Roaming, dem Wechsel in ein fremdes Netz eines anderen Anbieters.
Verwandte Grundlagen: Latenz, Bandbreite, Quality of Service.