MIME (Multipurpose Internet Mail Extensions, RFC 2045-2049) ist der Standard, der E-Mails um Anhänge, HTML-Inhalte, Bilder und Nicht-ASCII-Zeichen erweitert. Ohne MIME könnten E-Mails nur reinen US-ASCII-Text ohne Struktur transportieren.
Die MIME-Header
MIME wird durch zusätzliche Kopfzeilen aktiviert. MIME-Version: 1.0 kennzeichnet das Format, Content-Type beschreibt Medientyp und Zeichensatz, Content-Transfer-Encoding die Kodierung der Nutzdaten:
MIME-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
Content-Type und Encodings
- Medientypen:
text/plain,text/html,image/png,application/pdf— das SchemaTyp/Untertypwird heute überall im Web genutzt (HTTP,accept-Header). - Content-Transfer-Encoding:
7bit/8bitdirekt,quoted-printablefür überwiegend lesbaren Text undbase64für Binärdaten (Anhänge). - Multipart:
multipart/mixedtrennt Anhänge,multipart/alternativebietet dieselbe Nachricht in mehreren Formen an (HTML + Text-Fallback). Die Teile werden überboundary-Zeichen getrennt.
Warum MIME wichtig ist
MIME-Typen steuern im Browser, wie Inhalte behandelt werden — etwa der Schutz vor MIME-Sniffing durch den Header X-Content-Type-Options: nosniff. Die Kodierung von Umlauten in Betreff und Kopfzeilen regelt RFC 2047 (encoded-words). Wer E-Mail-Programme, Webseiten oder APIs baut, begegnet MIME täglich: E-Mail, SMTP-Nachrichten und HTTP-Antworten nutzen dieselbe Typ-Sprache. Zustellung und Abruf steuern dabei der MX-Record (Annahme) und POP3/IMAP (Abholung) — MIME beschreibt nur, wie der Inhalt verpackt ist.