POP3 (Post Office Protocol Version 3) ist ein Internet-Protokoll zum Abrufen von E-Mails von einem Mailserver. Es stammt aus einer Zeit, in der Rechner nur zeitweise online waren, und lädt Nachrichten in der Regel auf das lokale Gerät — der Server ist danach nur noch Ablage oder leer.

Wie POP3 funktioniert

Der E-Mail-Client (Mail User Agent) verbindet sich über Port 110 (unverschlüsselt) oder Port 995 (POP3S, TLS-verschlüsselt) mit dem Server und durchläuft drei Phasen. In der Authorization-Phase meldet er sich mit Benutzername und Passwort an, in der Transaction-Phase listet er Nachrichten (LIST), lädt sie (RETR) und markiert sie zum Löschen (DELE), in der Update-Phase werden die Löschungen ausgeführt. Weitere Kommandos sind STAT (Postfachgröße), UIDL (eindeutige Nachrichten-IDs) und NOOP.

Download- und Lösch-Modelle

  • Download-and-Delete: Nachricht wird geladen und vom Server entfernt — klassisches POP3-Verhalten, ideal für ein einziges Gerät.
  • Download-and-Keep (Leave on Server): Kopie bleibt liegen; über UIDL merkt sich der Client, welche Nachrichten er schon hat (genutzt u. a. vom älteren Offline-IMAP-Modus).

POP3 kennt keine Ordner und keine serverseitigen Flags (Gelesen/Beantwortet) und ist bewusst einfach gehalten — der Server hält nur minimalen Zustand. Wer E-Mails auf mehreren Geräten synchron halten will, braucht stattdessen IMAP.

POP3 vs. IMAP

SMTP ist für das Senden zuständig, POP3 und IMAP für das Abrufen. IMAP hält Nachrichten zentral auf dem Server und synchronisiert Ordner, Flags und Suchfunktionen über viele Geräte; POP3 ist die schlankere Alternative für ein Gerät, geringen Speicherbedarf auf dem Server und strikte lokale Kontrolle. Die geladenen Nachrichten liegen als MIME-Nachrichten mit Anhängen vor und werden lokal dauerhaft archiviert — wer sie nur auf einem Gerät braucht, bekommt mit POP3 ein einfaches, robustes Modell.

Verwandte Grundlagen: SMTP, IMAP, E-Mail, MX-Record, MIME.