Mount (deutsch: einhängen) ist der Shell-Befehl und das dahinterliegende Konzept, mit dem Linux Dateisysteme in den Verzeichnisbaum integriert. Erst ein eingehängtes Dateisystem macht Festplatten, USB-Sticks oder Netzwerkfreigaben unter einem Pfad verfügbar.
Wie Mount funktioniert
Jedes Laufwerk wird an einem Mountpunkt eingehängt, einem leeren Verzeichnis. Der Befehl dafür lautet:
mount /dev/sdb1 /mnt/usb
Damit wird die Partition sdb1 unter /mnt/usb verfügbar. Das Gegenteil übernimmt umount (oder umount /mnt/usb), das die Verbindung wieder löst. Nur der Administrator (root) darf Mounts anlegen — für normale Nutzer sind nur Einträge in der Konfigurationsdatei /etc/fstab mit der Option user erlaubt.
Was kann man mounten?
- Lokale Dateisysteme: ext4, NTFS, FAT — siehe auch Dateisysteme erklärt.
- Netzwerkfreigaben: NFS-Exporte und SMB/CIFS-Freigaben von Windows-Servern.
- Abbilder: ISO-Dateien lassen sich per Loop-Device einhängen, ohne sie zu brennen.
Automatisches Mounten mit systemd
Moderne Distributionen wie Ubuntu nutzen systemd-Einheiten (mount und automount), um Dateisysteme beim Boot automatisch einzuhängen. Die Verwaltung läuft über systemctl und journalctl, die Konfiguration steht in /etc/fstab.
Praxis-Tipps
- Verfügbare Laufwerke zeigt man mit lsblk an, die aktive Mount-Tabelle mit dem Befehl mount ohne Argumente.
- Beim Einhängen von Netzwerkfreigaben hilft die Option -t nfs oder -t cifs samt Serveradresse und Freigabename.
- Rechte auf Mountpunkten prüft man mit chmod, chown und ln, Dateien darin findet man mit find.
Wer Mount versteht, hat den Kernel, den Bootloader und das Betriebssystem als Ganzes besser im Griff — Mount ist einer der Grundbausteine jedes Linux-Systems.