MSTP (Multiple Spanning Tree Protocol, IEEE 802.1s) behebt das Skalierungsproblem der Per-VLAN-Verfahren: Statt für jedes VLAN eine eigene Instanz zu berechnen, gruppiert MSTP mehrere VLANs zu wenigen Multiple Spanning Tree Instances (MSTIs). Üblich sind zwei bis vier Instanzen auch in Netzen mit Hunderten VLANs — das spart CPU-Last und beschleunigt die Konvergenz, behält aber die Möglichkeit, verschiedene VLAN-Gruppen über verschiedene aktive Uplinks zu führen.

So funktioniert MSTP

Switches mit identischer MST-Konfiguration (Region-Name, Revisionsnummer, VLAN-zu-Instanz-Zuordnung) bilden eine MST-Region. Nach außen erscheint die gesamte Region als ein einziger virtueller Switch im gemeinsamen Spanning Tree (CST). Innerhalb der Region läuft eine Common and Internal Spanning Tree (CIST)-Instanz sowie die konfigurierten MSTIs. BPDUs werden regionsweit ausgetauscht und an den Regionsgrenzen in CST-BPDUs übersetzt — dadurch ist MSTP mit klassischem Spanning Tree Protocol und Rapid Spanning Tree Protocol (RSTP) interoperabel.

Vorteile und Grenzen

  • Vorteil: wenige Instanzen statt einer je VLAN — skaliert auf große Netze.
  • Vorteil: standardisiert (IEEE), damit multi-vendor-fähig — anders als PVST+.
  • Vorteil: Lastverteilung pro Instanz über verschiedene aktive Uplinks möglich.
  • Grenze: Die VLAN-zu-Instanz-Zuordnung muss regionsweit identisch konfiguriert sein — Fehlkonfigurationen trennen die Region.
  • Grenze: Höhere Konfigurationskomplexität als bei einem einzelnen Rapid Spanning Tree Protocol (RSTP).

Praxis

  • Konfiguration auf Cisco: spanning-tree mode mst, dann spanning-tree mst configuration mit instance 1 vlan 10-20, name und revision.
  • Prüfen mit show spanning-tree mst configuration und show spanning-tree mst.
  • MSTP ist die empfohlene Wahl, sobald die Zahl der VLANs die Per-VLAN-Verfahren (PVST+, Rapid PVST+) an ihre Grenzen bringt.

Verwandte Grundlagen: MSTP-Befehle, PVST+, Rapid PVST+.