NETCONF (Network Configuration Protocol) ist ein von der IETF standardisiertes Protokoll (RFC 6241, 2011), mit dem sich Netzwerkgeräte wie Router und Switch automatisiert konfigurieren und auslesen lassen. Während SNMP vor allem zum Überwachen dient, zielt NETCONF auf die strukturierte Konfiguration — ein zentraler Baustein der SDN- und Automatisierungs-Welt.

Wie NETCONF arbeitet

NETCONF baut auf vier Schichten auf: Transport (in der Praxis fast immer SSH auf Port 830), Messages (XML-Nachrichten, etwa <hello> zum Aushandeln der Fähigkeiten), Operations (get, get-config, edit-config, copy-config, delete-config, lock, commit) und Content (die eigentlichen Konfigurationsdaten, beschrieben in YANG-Modellen). Die Kommunikation läuft über XML-basierte RPCs zwischen Client und Gerät.

Transaktionale Konfiguration

Der wichtigste Unterschied zu älteren Ansätzen: NETCONF kennt Datastores. Neben running (der aktiven Konfiguration) gibt es candidate (Arbeitskopie) und startup. Änderungen laufen über die Kandidaten-Konfiguration, werden validiert und per commit atomar aktiv — schlägt ein Schritt fehl, bleibt das Gerät im alten Zustand. Das ermöglicht sicheres, reproduzierbares Konfigurationsmanagement in großen Netzen.

Praxis

Hersteller wie Cisco, Juniper und Arista unterstützen NETCONF auf ihren Plattformen. Die NETCONF-Befehle fassen die Werkzeuge zusammen: ncclient (Python), Ansible-Module oder yang-explorer sprechen das Protokoll. Der Zugriff läuft über SSH, die Authentifizierung über normale SSH-Konten. Entwickler, die lieber mit HTTP arbeiten, erreichen dieselben Daten über RESTCONF.

Verwandte Grundlagen: SDN, SNMP, YANG, Netzwerkprotokoll, Automatisierung.