Paketverlust (englisch packet loss) bedeutet, dass einzelne Datenpakete ihr Ziel nicht erreichen. Im paketvermittelten Internet ist ein gewisser Verlust normal — entscheidend ist, wie das Transportprotokoll damit umgeht und wie hoch die Verlustrate ist.

Ursachen für Paketverlust

  • Überlastung: Sind Router-Puffer voll, werden neue Pakete verworfen (Tail Drop). Die häufigste Ursache.
  • Fehlerhafte Leitungen: Beschädigte Kabel, defekte Ports oder optische Störungen verursachen Bitfehler.
  • WLAN-Probleme: Funkstörungen, zu große Entfernung und Kollisionen lassen Frames verschwinden.
  • Firewall-/QoS-Regeln: Geräte verwerfen Pakete gezielt (Policing, Ratenbegrenzung).

TCP: Verlust wird ausgeglichen

TCP erkennt verlorene Pakete an fehlenden Empfangsbestätigungen (ACKs) und sendet sie erneut. Gleichzeitig interpretiert TCP Verluste als Überlastungssignal: Die Congestion Control drosselt die Senderate, bis die Leitung wieder frei ist. Für den Nutzer bleibt der Verlust meist unsichtbar — er äußert sich nur als sinkender Throughput, weil Wiederholungen und Wartepausen Bandbreite kosten.

UDP: Verlust bleibt sichtbar

UDP kennt keine Wiederholung. Bei VoIP, Video und Spielen fehlen verlorene Pakete dauerhaft — es kommt zu Aussetzern, Bildfehlern oder abgehacktem Ton. Anwendungen kaschieren das mit Fehlerverschleierung oder adaptiven Bitraten.

Paketverlust messen

# Ping zeigt Verlustquote in Prozent an
ping -c 100 8.8.8.8
# mtr kombiniert Traceroute mit Verlustmessung je Hop
mtr 8.8.8.8

Richtwerte: unter 1 % ist ausgezeichnet, bis 2,5 % für VoIP noch akzeptabel, darüber werden Echtzeitanwendungen spürbar schlechter. Bei TCP-Verbindungen kann schon ein kleiner Verlust den Durchsatz drastisch senken, weil jede Drosselung lange nachwirkt.

Paketverlust beheben

  • Überlastung reduzieren: Bandbreite erhöhen, parallele Downloads begrenzen, QoS priorisieren.
  • WLAN optimieren: anderen Kanal wählen, Access Point näher platzieren, auf Kabel umsteigen.
  • Defekte Kabel, Ports und Geräte gezielt austauschen.
  • Verlust über mehrere Hops per mtr lokalisieren — erst der letzte Hop sollte Verluste zeigen.

Verwandte Grundlagen: Jitter, Round-Trip-Time (RTT), Latenz, Netzwerkpaket, Quality of Service.