Throughput (deutsch: Durchsatz) bezeichnet die Datenmenge, die ein Netzwerk, Speicher oder System pro Zeiteinheit tatsächlich überträgt — gemessen meist in Mbit/s oder GB/s. Er zeigt, was in der Praxis ankommt, nicht nur, was theoretisch möglich wäre.

Throughput vs. Bandbreite

Bandbreite:  max. mögliche Übertragungsrate der Leitung (z. B. 100 Mbit/s)
Throughput:  tatsächlich übertragene Datenmenge pro Sekunde (z. B. 85 Mbit/s)

Die Bandbreite ist das Limit der Leitung, der Throughput das Ergebnis in der Realität. Die Differenz entsteht durch Protokoll-Overhead, Fehler und Wiederversendungen.

Was den Throughput senkt

  • Overhead: TCP/IP-Header, Ethernet-Frames und Wiederholungen fressen einen Teil der Bandbreite.
  • Latenz und Paketverlust: Hohe Latenz oder verlorene Pakete zwingen TCP zu Wartepausen (Congestion Control).
  • WLAN-Funk: Geteilte Luft, Störungen und Entfernung drücken den Durchsatz deutlich.
  • Geräte-Grenzen: Alte Router, langsame Festplatten oder CPU-Limits am Server.

Throughput messen

# iperf3: Server auf Host A, Client auf Host B
# Host A:  iperf3 -s
# Host B:  iperf3 -c 192.168.1.10
# Ergebnis: „sender/receiver" in Mbits/sec = Throughput

Mit iperf3 misst man den realen Durchsatz zwischen zwei Geräten. Andere Werkzeuge: speedtest-cli (Internet), dd (Festplatten-Durchsatz), nload/bmon (laufende Auslastung).

Praxis-Tipps

  • Unterschied zur Latenz: Throughput = wie viel pro Sekunde, Latenz = wie schnell ein Paket ankommt. Ein hoher Ping kann bei kleinem Throughput trotzdem gut sein und umgekehrt.
  • Tests immer real: Messungen mit iperf3 direkt im Netz sind aussagekräftiger als Internet-Speedtests, die bis zum Provider messen.
  • Ports und Firewall: Firewalls auf Schicht 4 (Port) können den Durchsatz bremsen — mehr dazu in den Grundlagen zu TCP und UDP.

Verwandte Grundlagen: Bandbreite, Latenz, Port, TCP.