Ein Remote Access Trojaner (RAT) ist eine Schadsoftware, die Angreifern die Fernsteuerung über einen Computer ermöglicht. Der Name kommt vom englischen Remote Access (Fernzugriff): Was bei legitimer Software wie TeamViewer gewollt ist, geschieht hier heimlich im Hintergrund — ohne Wissen der Nutzerin oder des Nutzers.
Was kann ein RAT?
Ein RAT ist eine Untergruppe der Trojaner und bietet Angreifern vielfältige Funktionen:
- Bildschirmaufnahmen und Webcam-Überwachung
- Keylogging, also das Aufzeichnen von Tastatureingaben
- Mitlesen von Passwörtern, Browser-Daten und Dokumenten
- Steuern von Mikrofon und Kamera, um Gespräche mitzuhören
- Nachladen weiterer Schadsoftware wie Ransomware
- Einbinden des Rechners in ein Botnetz
Im Gegensatz zu einem einfachen Trojaner, der oft nur eine einzelne Aufgabe erfüllt, ist ein RAT ein Komplett-Werkzeugkasten: Nach der Installation baut er eine Verbindung zu einem Kommando-Server (Command-and-Control) auf, über den der Angreifer Befehle schickt. Eine erfolgreich installierte Fernsteuerung wirkt zugleich als Backdoor in das System.
Wie gelangt ein RAT auf den Rechner?
Typische Verbreitungswege sind Phishing-Mails mit präparierten Anhängen, Drive-by-Downloads von kompromittierten Websites, Exploit-Kits sowie die Bündelung mit geknackter Software. Bekannte RATs sind DarkComet, njRAT, BlackShades und Sub7; moderne Varianten wie AsyncRAT oder Remcos werden oft als Fileless-Malware direkt im Arbeitsspeicher ausgeführt, um Antiviren-Scans zu umgehen. Auch Spyware überschneidet sich mit RAT-Funktionen, bleibt aber meist passiv, während ein RAT aktive Steuerung erlaubt.
Erkennung und Schutz
Weil RATs wie normale Fernwartungswerkzeuge arbeiten, sind sie schwer zu erkennen. Hinweise sind ungewöhnlicher Netzwerkverkehr zu fremden Servern, unbekannte Prozesse, plötzlich aktive Webcam-LEDs oder Mausbewegungen ohne eigenes Zutun. Schutz bieten aktuelle Updates, Vorsicht bei E-Mail-Anhängen, eine Firewall mit ausgehenden Regeln sowie moderne EDR-Lösungen, die Verhalten statt nur Dateisignaturen überwachen. Ein Rootkit kann einen RAT zusätzlich vor Entdeckung verstecken.
Verwandte Grundlagen: Malware, Cryptojacking.