Raummultiplex (englisch Space Division Multiplex, kurz SDM) ist ein Multiplexverfahren, bei dem mehrere Nachrichten über parallel installierte Übertragungswege laufen — also über getrennte Leitungen, Adern, Glasfasern, Antennen oder Funkzellen. Die Kanäle sind räumlich getrennt und können deshalb gleichzeitig und unabhängig genutzt werden.

Klassische Formen

  • Getrennte Leitungen: Telefonkabel mit vielen Adernpaaren, parallele Kupferleitungen in der Gebäudeverkabelung — jeder Kanal hat seine eigene physikalische Ader.
  • Funkzellen: Im Mobilfunk wird dieselbe Frequenz in räumlich getrennten Zellen wiederverwendet (Zellularkonzept); die räumliche Trennung verhindert Interferenzen.
  • Richtfunk/Beams: Antennen mit schmalen Richtkeulen trennen Teilnehmer über den Raumwinkel (Grundlage von Space Division Multiple Access, SDMA).

Raummultiplex in der Glasfaser

Moderne Forschung nutzt Multicore-Fasern (mehrere Lichtwellenleiter-Kerne in einer Faser) und Few-Mode-Fasern (mehrere räumliche Moden), um die Übertragungskapazität pro Faser deutlich zu steigern — in Kombination mit Wellenlängenmultiplex (WDM) ergibt sich eine mehrdimensionale Kapazitätssteigerung.

MIMO

Im Funkbereich ist MIMO (Multiple Input Multiple Output) die bekannteste SDM-Form: Mehrere Sende- und Empfangsantennen nutzen den Raum als zusätzliche Dimension, sodass auf derselben Frequenz mehrere parallele Datenströme übertragen werden können (räumliches Multiplexing). WLAN (802.11n/ac/ax) und 4G/5G setzen darauf.

Abgrenzung

Anders als Frequenzmultiplex, Zeitmultiplex oder Codemultiplex braucht Raummultiplex keine zusätzliche Trenn-Dimension — die Trennung steckt bereits im physikalischen Weg. Es lässt sich mit allen anderen Verfahren kombinieren (z. B. jede Faser einzeln im WDM, jede Antenne im Zeitmultiplex).

Verwandte Grundlagen: Bandbreite, Kabel und Glasfaser, Duplexverfahren.