Duplexverfahren sind Techniken, die gleichzeitiges Senden und Empfangen zwischen zwei Stationen ermöglichen. Während Simplex, Halbduplex und Vollduplex die Betriebsarten beschreiben (wer darf wann senden?), legen Duplexverfahren fest, wie die Gleichzeitigkeit technisch umgesetzt wird.
FDD — Frequenzduplex
Beim Frequency Division Duplex (FDD) nutzen Senden und Empfangen getrennte Frequenzbänder. Up- und Downlink laufen parallel auf unterschiedlichen Frequenzen, eine Duplexweiche (Duplexer) trennt die Signale an der gemeinsamen Antenne. FDD liefert symmetrische Bandbreite und geringe Latenz — Standard in UMTS und LTE-FDD sowie im klassischen Funk.
TDD — Zeitduplex
Beim Time Division Duplex (TDD) nutzen Senden und Empfangen dieselbe Frequenz, aber zeitlich versetzte Slots. Dadurch lässt sich das Verhältnis von Up- und Downlink asymmetrisch konfigurieren (z. B. mehr Downlink fürs Streaming). TDD wird bei DECT, WLAN, LTE-TDD und 5G-TDD eingesetzt; Nachteil ist die Synchronisation zwischen den Stationen.
Weitere Formen
- Getrennte Leitungen/Adern: Ethernet nutzt eigene Adernpaare für Senden und Empfangen (räumlich getrennt, vollduplex).
- Echokompensation: Bei DSL wird auf einer Leitung gleichzeitig gesendet und empfangen; der Sender subtrahiert sein eigenes Echo (Hybridschaltung), um das Empfangssignal zu isolieren.
Zusammenspiel mit Multiplexverfahren
Duplexverfahren kombinieren sich mit den Multiplex-Verfahren der Übertragung: Frequenzmultiplex trennt Kanäle, FDD trennt Richtungen über Frequenz; Zeitmultiplex trennt Kanäle über Zeit, TDD trennt Richtungen über Zeit. Im Mobilfunk treffen Codemultiplex bzw. CDMA (Kanal-Trennung) und FDD/TDD (Richtungs-Trennung) zusammen.
Verwandte Grundlagen: Simplex, Halbduplex, Vollduplex, Raummultiplex.