RTP (Real-time Transport Protocol, RFC 3550) ist das Standardprotokoll, um Audio- und Videodaten in Echtzeit über IP-Netze zu übertragen — die technische Basis für VoIP-Gespräche, Videokonferenzen und WebRTC. RTP läuft meist auf UDP, weil eine schnelle Zustellung wichtiger ist als die zuverlässige Wiederholung verlorener Pakete.

Was RTP leistet

  • Sequenznummern: Der Empfänger erkennt verlorene Pakete und bringt sie in die richtige Reihenfolge.
  • Zeitstempel: Erlauben die Synchronisation von Audio und Video und die Messung von Jitter.
  • Payload-Typ: Identifiziert das verwendete Codec-Format (G.711, Opus, H.264), damit der Empfänger die Daten richtig dekodiert.
  • SSRC: Eine Kennung, die jeden Medienstrom innerhalb einer Sitzung eindeutig macht.

RTP stellt selbst keine Zustellgarantie und reserviert keine Bandbreite — dafür sind darunterliegende Mechanismen wie QoS zuständig. Es ist bewusst als Transportschicht für Anwendungen konzipiert und über Profile (z. B. AVP) erweiterbar.

RTCP und SRTP

Begleitend zu RTP läuft das RTCP (RTP Control Protocol): Es versendet in regelmäßigen Abständen Statistiken über Paketverlust, Jitter und Laufzeit zwischen den Teilnehmern. Damit können Anwendungen die Qualität überwachen und die Bitrate anpassen. SRTP (Secure RTP, RFC 3711) verschlüsselt und authentifiziert den Audiostrom — bei WebRTC ist das Pflicht.

Typische Ports

RTP nutzt einen geraden, RTCP den darauffolgenden ungeraden UDP-Port, zum Beispiel 5004/5005. In Telefonanlagen kommt oft ein dynamischer Bereich zum Einsatz, etwa 10000 bis 20000, der in der Firewall geöffnet werden muss.

Verwandte Grundlagen: VoIP, SIP, UDP.