SIP (Session Initiation Protocol, RFC 3261) ist das Standardprotokoll zum Aufbauen, Verändern und Beenden von Kommunikations-Sitzungen über IP-Netze — vor allem Telefonaten im Rahmen von VoIP, aber auch Videokonferenzen und Instant Messaging. SIP ist ein textbasiertes Signalisierungsprotokoll nach dem Vorbild von HTTP und übernimmt nur die Steuerung: Die eigentlichen Medien (Sprache, Video) fließen über RTP.
SIP-Adressen und Methoden
SIP-Adressen ähneln E-Mail-Adressen: sip:. Der Benutzerteil steht vor dem @, danach folgt die Domain des Anbieters. Die wichtigsten Methoden (Anfragen):
- REGISTER: Das Endgerät meldet seine aktuelle Adresse beim Registrar an.
- INVITE: Baut eine Sitzung auf (der eigentliche Anruf).
- ACK: Bestätigt den Verbindungsaufbau.
- BYE: Beendet die Sitzung.
- CANCEL: Bricht einen noch klingelnden Anruf ab.
- OPTIONS / MESSAGE: Abfrage von Fähigkeiten bzw. Kurznachrichten.
Antwortcodes und Server
Wie bei HTTP antwortet die Gegenseite mit Statuscodes: 100 Trying, 180 Ringing (es klingelt), 200 OK, 404 Not Found (Teilnehmer unbekannt) oder 486 Busy (besetzt). Im SIP-Netz vermitteln mehrere Server-Typen:
- Registrar: Nimmt REGISTER entgegen und pflegt den Ort des Teilnehmers.
- Proxy-Server: Leitet INVITE an den Ziel-Teilnehmer weiter.
- Redirect-Server: Antwortet mit der aktuellen Adresse, leitet aber nicht selbst weiter.
- B2BUA: Back-to-Back User Agent, hält beide Seiten einer Verbindung getrennt (häufig in Telefonanlagen).
SIP läuft standardmäßig auf Port 5060 (UDP/TCP); mit TLS-Verschlüsselung (SIPS) auf Port 5061. In den Nachrichten beschreibt SDP (Session Description Protocol), welche Codecs und Empfangsadressen die Seiten unterstützen.