Der Superblock ist der zentrale Kopf-Datenblock eines Dateisystems. Er beschreibt das Dateisystem als Ganzes: Typ und Zustand, Blockgröße, Anzahl der Blöcke und Inodes, freie und belegte Bereiche, Mount-Zähler, UUID sowie Feature-Flags. Beim Mounten liest der Kernel zuerst den Superblock — ist er beschädigt oder unlesbar, lässt sich das Dateisystem nicht einhängen.
Struktur und Sicherung
Der Superblock steht am Anfang des Datenträgers (bei ext4 in Blockgruppe 0). Weil sein Verlust das gesamte Dateisystem unbrauchbar macht, legen die Dateisysteme Sicherungskopien an: ext4 wiederholt den Superblock in Blockgruppe 1 und danach in Gruppen mit ungerader Dreier-Potenz (3, 5, 7, 9, 25, 27 …), ext2/ext3 bei Block 8193, 16385 und weiteren.
# Dateisystem-Parameter aus dem Superblock lesen
dumpe2fs -h /dev/sda1
# Prüfung mit Backup-Superblock
fsck.ext4 -b 32768 /dev/sda1
Werkzeuge und Wiederherstellung
- dumpe2fs zeigt die Superblock-Daten eines ext-Dateisystems an.
- tune2fs ändert Parameter wie UUID oder Mount-Zähler.
- e2fsck -b <Block> repariert mit einem Backup-Superblock, wenn der primäre zerstört ist.
Beim Anlegen eines Dateisystems schreibt mkfs.ext4 neben dem Superblock auch die Inode-Tabellen und das Journal. Partitionen grenzen den Bereich ab, auf dem diese Strukturen liegen; das Dateisystem selbst organisiert den Inhalt.