Unicast, Broadcast und Multicast beschreiben, wie Datenpakete im Netzwerk verteilt werden: an genau einen Empfänger, an alle oder an eine Gruppe. Das Verständnis hilft bei Netzwerk-Fehlersuche und beim Planen größerer Netze.

Unicast: 1 zu 1

Sender ──────────► Empfänger
Ein Paket, eine Zieladresse (z. B. eine IP oder MAC-Adresse)

Unicast ist der Normalfall: Ein Webbrowser lädt eine Seite, ein Client spricht mit dem Server. Fast der gesamte normale Datenverkehr im Internet ist Unicast.

Broadcast: 1 zu allen

Sender ──► alle Geräte im selben Netz
Zieladresse: 192.168.1.255 (Netz-Broadcast) oder ff:ff:ff:ff:ff:ff (MAC)

Ein Broadcast erreicht jedes Gerät im lokalen Netz. Typische Beispiele: ARP-Anfragen („Wer hat IP 192.168.1.20?"), DHCP-Discover und NetBIOS. Router leiten Broadcasts normalerweise nicht weiter — deshalb bleiben sie im lokalen Netz. Grundlagen zu Netzen und Adressen: Subnetz und CIDR.

Multicast: 1 zu einer Gruppe

Sender ──► Gruppe (z. B. 239.1.1.1)
Nur Geräte, die der Gruppe beigetreten sind, empfangen die Pakete

Multicast richtet sich an eine definierte Gruppe. Der Sender schickt die Daten einmal, die Switches und Router kopieren sie gezielt an die Gruppenmitglieder (IGMP für IPv4, MLD für IPv6). Einsatzgebiete: IPTV, Live-Streaming, Uhrzeit-Synchronisation, Firmware-Updates im LAN.

Vergleich

VerfahrenEmpfängerBeispiel
Unicastgenau einerWebseite laden
Broadcastalle im NetzARP, DHCP-Discover
MulticastGruppeIPTV, Live-Stream

Praxis-Tipps

  • Viele Broadcasts = langsames Netz: Bei hunderten Geräten im selben Netz kann Broadcast-Last das Netz spürbar bremsen — Abhilfe schafft das Aufteilen in Subnetze.
  • Switches leiten Broadcasts an alle Ports weiter, Router stoppen sie — deshalb trennt man große Netze per Router/VLAN (VLAN-Grundlagen).
  • IPv6: Broadcasts gibt es dort nicht mehr, Multicast übernimmt die Aufgabe (z. B. Neighbor Discovery) — Details in IPv4 und IPv6.

Verwandte Grundlagen: Subnetz und CIDR, IPv4 und IPv6, Router, Switch, VLAN.