nslookup (Name Server Lookup) ist der Klassiker unter den DNS-Abfrage-Werkzeugen und stammt wie dig aus der BIND-Welt. Unter Windows ist es bis heute das wichtigste Diagnose-Werkzeug, weil es dort standardmäßig vorinstalliert ist; unter Linux gehört es zum Paket dnsutils bzw. bind-utils. Für schnelle Einzel-Abfragen reicht es völlig – wer detaillierte Debug-Informationen braucht, greift zu dig.
Einfache Abfrage
nslookup hanse-computing.de
Die Antwort zeigt den verwendeten Nameserver sowie den aufgelösten Namen und die zugehörige IP-Adresse. Mit einem zweiten Argument fragt man gezielt einen bestimmten Server:
nslookup hanse-computing.de 1.1.1.1
Interaktiver Modus
Ohne Argument startet nslookup eine interaktive Sitzung mit eigener Eingabeaufforderung (>):
nslookup
> set type=MX
> hanse-computing.de
> server 1.1.1.1
> hanse-computing.de
> exit
Mit set type= wählt man den Record-Typ (A, AAAA, MX, NS, TXT, PTR), mit server wechselt man den angefragten Resolver. set debug zeigt zusätzliche Detailinformationen.
Windows und Linux
- Windows: nslookup ist vorinstalliert und oft das einzige DNS-Werkzeug – dig und host fehlen dort standardmäßig.
- Linux: BIND markiert nslookup als veraltet (deprecated); für die Fehlersuche empfiehlt sich dig. In Skripten ist host wegen der einzeiligen Ausgabe oft praktischer.
Praxis-Tipps
- Welcher Server antwortet? Die erste Zeile der Ausgabe nennt den verwendeten Nameserver – nützlich, um zu prüfen, ob ein umgestellter Resolver aktiv ist.
- E-Mail prüfen:
nslookup -type=MX domain.dezeigt den MX-Record für die Mail-Zustellung. - Reverse-Lookup:
nslookup 8.8.8.8löst eine IP-Adresse in einen Namen auf.
Verwandte Grundlagen: DNS, DNS-Query, IP-Adresse, Port.