Bridge Assurance (BA) ist ein Schutzmechanismus für das Spanning Tree Protocol, der verhindert, dass ein Port durch einen stillen Fehler ungewollt in den Forwarding-Zustand gerät. Die Grundidee: Ein Port, der in einer STP-Topologie eine bestimmte Rolle hat, muss diese Rolle durch den regelmäßigen Empfang von BPDUs bestätigen. Bleibt die Bestätigung aus, blockiert der Switch den Port.

Das Problem: stille Fehler

In einem reinen STP-Netz senden nur Designated Ports BPDUs; blockierte Ports empfangen sie nur. Fällt auf einer Leitung zwischen zwei Switches die Übertragung in eine Richtung aus oder versagt die Hardware eines Nachbarn still, kann ein blockierter Port keine BPDUs mehr empfangen und würde nach Ablauf der STP-Timer irgendwann in Forwarding wechseln — mit Schleifenbildung als Folge. Genau diese Situation lässt sich mit STP allein nicht zuverlässig erkennen.

Wie Bridge Assurance funktioniert

Bridge Assurance kehrt die Logik um: Bei aktiviertem BA sendet jeder STP-fähige Port kontinuierlich BPDUs — auch Ports in Rollen, die klassisch keine senden würden. Empfängt ein Port mit Bridge Assurance keine BPDUs mehr von seinem Nachbarn, wechselt er in den BA-inconsistent-Zustand und blockiert den Datenverkehr, bis wieder BPDUs eintreffen. Damit deckt BA auch Konstellationen ab, die Loop Guard nicht sieht, etwa wenn ein Nachbar-Switch selbst ausgefallen oder falsch konfiguriert ist. Voraussetzung ist, dass beide Seiten der Leitung Bridge Assurance unterstützen und aktiviert haben — sonst blockiert der Port dauerhaft.

Praxis

  • Bridge Assurance ist auf vielen Enterprise-Switches standardmäßig aktiv; es ergänzt Loop Guard und UDLD statt sie zu ersetzen.
  • Typische Einsatzorte sind Verbindungen zwischen Switches (Trunk-/Fabric-Links), nicht Endgeräte-Ports.
  • Zeigt ein Port dauerhaft BA-inconsistent, steckt meist ein Gerät ohne BA-Unterstützung oder ein Kabel-/SFP-Fehler dahinter.

Verwandte Grundlagen: Spanning Tree Protocol (STP), Rapid Spanning Tree Protocol (RSTP), Loop Guard, UDLD.