Loop Guard ist eine Schutzfunktion des Spanning Tree Protocol (STP), die verhindert, dass aus einem einseitigen Leitungsausfall (unidirektionaler Link) eine Schleife entsteht. Sie überwacht die nicht-designierten Upstream-Ports eines Switches — also Root Ports und Alternate Ports — darauf, dass dort weiterhin Bridge Protocol Data Units (BPDUs) eintreffen.

Das Problem: stille Blocking-Port-Fehler

Ein Port im Blocking-Zustand blockiert, weil er von einem anderen Switch eine bessere BPDU empfängt. Bricht die Leitung nun einseitig (unidirektional) — etwa durch einen defekten Glasfaser-Empfänger, ein losen Stecker oder fehlerhafte SFP-Module — kann der Port trotzdem weiter BPDUs senden, empfängt aber keine mehr. Ohne Loop Guard wartet der Switch, bis der Max-Age-Timer abläuft (20 s), und zieht den Port dann fälschlich in den Forwarding-Zustand hoch — obwohl der redundante Pfad weiterhin besteht. Genau das erzeugt die Schleife, die STP eigentlich verhindern soll.

Wie Loop Guard funktioniert

Loop Guard beobachtet, ob auf dem Port weiterhin BPDUs ankommen. Bleiben sie für die Dauer von Max Age plus Forward Delay aus, versetzt der Switch den Port in den Loop-inconsistent-Zustand: Der Port blockiert den gesamten Datenverkehr, statt fälschlich in Forwarding zu wechseln. Sobald wieder gültige BPDUs eintreffen, kehrt der Port automatisch in seinen normalen STP-Zustand zurück — ein manueller Eingriff ist nicht nötig. Loop Guard lässt sich global oder pro Port aktivieren, typischerweise auf allen nicht-designierten Ports.

Abgrenzung zu verwandten Schutzfunktionen

  • BPDU Guard schaltet Ports ab, an denen unerlaubt BPDUs eintreffen (Endgeräte-Ports).
  • Root Guard blockiert Ports, die ein überlegenes BPDU empfangen — gegen fremde Root Bridges.
  • UDLD erkennt unidirektionale Links aktiv auf physikalischer Ebene und ergänzt Loop Guard dort, wo STP-Mechanismen nicht greifen.

Verwandte Grundlagen: Spanning Tree Protocol (STP), Rapid Spanning Tree Protocol (RSTP), PortFast, Bridge Assurance.