CDMA2000 ist eine Familie von 3G-Mobilfunkstandards, die von der Organisation 3GPP2 für die CDMA-Netze Nordamerikas und Asiens entwickelt wurde. Sie ist der direkte Nachfolger von IS-95 (cdmaOne) und gilt als Gegenstück zum europäischen UMTS mit W-CDMA.
Die wichtigsten Stufen
- CDMA2000 1xRTT (IS-2000): nutzt denselben 1,25-MHz-Kanal wie IS-95 und verdoppelt dessen Kapazität durch 64 zusätzliche Verkehrskanäle. Paketdaten erreichen bis 153 kbit/s — daher gilt 1xRTT oft als 2,5G-Stufe. Es ist abwärtskompatibel zu cdmaOne-Geräten.
- CDMA2000 1xEV-DO (IS-856, Evolution-Data Optimized): eine datenoptimierte Erweiterung auf getrennten Trägern. Rel. 0 liefert bis 2,4 Mbit/s im Downlink und 153 kbit/s im Uplink; Rev. A steigert den Downlink auf 3,1 Mbit/s und den Uplink auf 1,8 Mbit/s und senkt die Latenz (VoIP-tauglich). Rev. B bündelt mehrere Träger für bis zu 14,7 Mbit/s.
- CDMA2000 3xRTT (Multi-Carrier): bündelt drei 1,25-MHz-Träger auf 3,75 MHz, wurde in der Praxis aber kaum ausgerollt.
Einsatz und Bedeutung
CDMA2000 wurde vor allem in Nordamerika (Verizon, Sprint), Südkorea (SK Telecom, KT), Japan (KDDI) und später in China (China Telecom) sowie Indien und Brasilien betrieben. In Europa konnte sich die Familie nicht durchsetzen — hier gewann UMTS mit W-CDMA. Die Netze wurden mit dem Aufkommen von LTE schrittweise abgeschaltet; Verizon beendete sein CDMA2000-Netz Ende 2022, Sprint-Netze gingen im Zuge der T-Mobile-Übernahme 2022 außer Betrieb.
Technisch erbt CDMA2000 die Stärken des CDMA-Verfahrens: universelle Frequenzwiederverwendung, Soft Handover und robuste Leistungsregelung gegen das Near-Far-Problem. Die Modulation für die Datenübertragung ist QPSK-basiert.
Verwandte Grundlagen: IS-95 · W-CDMA · CDMA · UMTS · Mobilfunk · LTE.