UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G). Er wurde ab 1999 von der 3GPP in der Release 99 standardisiert und startete kommerziell im Jahr 2001. UMTS brachte das mobile Internet in den Massenmarkt: erstmals waren Datenraten im Bereich mehrerer hundert Kilobit pro Sekunde und später mit HSPA mehrere Dutzend Megabit pro Sekunde möglich.
Funkzugang: W-CDMA
Statt der Zeitschlitze von GSM nutzt UMTS den Codemultiplex CDMA in seiner Breitband-Variante W-CDMA (Wideband CDMA). Alle Teilnehmer senden gleichzeitig auf derselben Frequenz und werden über unterschiedliche Spreizcodes getrennt. UMTS-Kanäle sind 5 MHz breit — deutlich breiter als die 200-kHz-Kanäle von GSM. Weil W-CDMA Soft Handover unterstützt, kann ein Gerät beim Zellenwechsel kurzzeitig mit zwei Basisstationen verbunden sein, ohne die Verbindung zu unterbrechen.
Netzarchitektur
Die UMTS-Basisstation heißt NodeB; mehrere NodeB werden von einem RNC (Radio Network Controller) gesteuert. Das Kernnetz ist in zwei Domänen geteilt: die CS-Domain (Circuit Switched) für Telefonie und die PS-Domain (Packet Switched) für Datenverkehr. Die PS-Domain mit SGSN und GGSN führte den Internetzugang über IP ein.
Ausbaustufen: HSPA und HSPA+
Die anfängliche Datenrate von 384 kbit/s steigerten Erweiterungen deutlich: HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) brachte bis zu 7,2 und später 21,6 Mbit/s im Downlink, HSUPA höhere Upload-Raten. Die Kombination HSPA und ihre Endausbaustufe HSPA+ erreichten bis zu 42 Mbit/s — für viele Nutzer war das der erste echte Breitband-Internetzugang unterwegs.
Abgelöst wurde UMTS durch LTE (4G); in Deutschland schalteten die Netzbetreiber 3G zwischen 2021 und 2022 ab, um die Frequenzen für LTE und 5G zu nutzen.
Verwandte Grundlagen: Mobilfunk · Handover · Basisstation · CDMA.