CDP (Cisco Discovery Protocol) ist ein herstellereigenes Layer-2-Protokoll von Cisco, mit dem benachbarte Cisco-Geräte einander automatisch erkennen. Es ist der direkte Vorläufer des standardisierten LLDP und vor allem auf Switches, Routern und Access Points von Cisco aktiv.
Wie CDP funktioniert
Jedes CDP-fähige Gerät sendet periodisch (Standard: alle 60 Sekunden) Ankündigungen an die Multicast-Adresse 01:00:0C:CC:CC:CC aus jeder aktiven Schnittstelle. Diese Frames empfangen alle CDP-fähigen Nachbarn im selben Layer-2-Segment. Enthalten sind Gerätename, Plattform, IP-Adressen, Fähigkeiten (z. B. Router, Switch, Access Point) und die Port-ID der sendenden Schnittstelle. Bleiben Ankündigungen aus, verwirft der Empfänger die gelernten Nachbardaten nach Ablauf der Holdtime (Standard: 180 Sekunden).
Wofür CDP genutzt wird
- Netzwerk-Inventar: Mit
show cdp neighbors(Details:show cdp neighbors detail) sieht der Administrator alle direkt angeschlossenen Geräte samt Modell und Softwareversion. - Automatische Konfiguration: VoIP-Telefone von Cisco erhalten über CDP die VLAN- und QoS-Informationen ihres Access Ports, ohne selbst konfiguriert zu sein.
- Troubleshooting: CDP hilft, Verkabelung und Topologie zu prüfen, bevor höhere Dienste laufen.
Sicherheit und Alternativen
CDP ist ein unverschlüsseltes Protokoll und sendet Netzinformationen im Klartext. Auf Verbindungen zu unbekannten oder fremden Geräten (Internet, Kunden-Netze) sollte es deaktiviert werden (no cdp enable auf der Schnittstelle, global no cdp run). Herstellerübergreifend übernimmt das standardisierte LLDP (IEEE 802.1AB) die gleiche Aufgabe, bei VoIP-Endgeräten erweitert LLDP-MED es um Sprach-Parameter.
Verwandte Grundlagen: Switch-Arten, , CDP-Befehle.