LLDP-MED (Media Endpoint Discovery, Standard ANSI/TIA-1057) ist eine Erweiterung von LLDP für Medien-Endgeräte wie IP-Telefone, Kameras und WLAN-Access-Points. Es ergänzt LLDP um TLVs, mit denen ein Switch dem Endgerät die Netzwerkparameter für Sprache und Medien automatisch mitteilt.

Was LLDP-MED zusätzlich kann

  • Network Policy TLV: Der Switch teilt dem Telefon das Sprach-VLAN und die QoS-Parameter (DSCP/802.1p) mit — das Telefon muss nicht manuell konfiguriert werden und landet automatisch im richtigen VLAN.
  • PoE-Verwaltung: Das Endgerät meldet seinen Leistungsbedarf, der Switch weist die passende PoE-Klasse zu. Grundlage ist der Artikel Power over Ethernet.
  • Standort-Identifikation: Location TLVs unterstützen Notruffunktionen (E911), indem sie den physischen Standort des Endgeräts übertragen.
  • Geräteklassen: LLDP-MED unterscheidet Endgeräte (z. B. Telefon, Kamera) von Netzwerk-Konnektivitäts-Geräten (Switch) — nur die Endgeräte empfangen die MED-TLVs.

Zusammenspiel im Netz

LLDP-MED setzt LLDP zwingend voraus: Ein Access Port sendet normale LLDPDUs an die Multicast-Adresse 01:80:C2:00:00:0E und ergänzt sie um die MED-TLVs, sobald ein MED-fähiges Endgerät erkannt wurde. VoIP-Telefone, die kein LLDP-MED unterstützen, greifen weiterhin auf das proprietäre CDP von Cisco zurück. In der Praxis aktiviert man LLDP-MED auf Access Ports mit Sprach-Endgeräten (lldp med-tlv-select für die gewünschten TLVs, no lldp med-tlv-select zum Deaktivieren einzelner). Das Protokoll läuft nur zwischen Netzwerk-Infrastruktur und Endgerät — zwischen zwei Switches ist es unnötig.

Verwandte Grundlagen: LLDP, VoIP, , LLDP-MED-Befehle.