LLDP (Link Layer Discovery Protocol) ist ein herstellerneutraler Standard (IEEE 802.1AB), mit dem Netzwerkgeräte ihre Nachbarn auf Schicht 2 automatisch erkennen. Es löst das proprietäre CDP von Cisco in gemischten Umgebungen ab und ist die Grundlage für LLDP-MED bei Sprach- und Medien-Endgeräten.
Wie LLDP funktioniert
LLDP-fähige Geräte (Switches, Router, Access Points, IP-Telefone) senden periodisch LLDP Data Units (LLDPDUs) an die Multicast-Adresse 01:80:C2:00:00:0E mit dem EtherType 0x88CC. Jede LLDPDU besteht aus einer Kette von TLVs (Type-Length-Value). Pflicht sind Chassis-ID (Gerätekennung), Port-ID und eine Lebensdauer (TTL); optional folgen Systemname, Systembeschreibung, Fähigkeiten und Management-Adressen. LLDP sendet nur Ankündigungen, fragt aber nicht aktiv nach — beide Seiten müssen das Protokoll aktiviert haben, damit Informationen entstehen.
Wofür LLDP genutzt wird
- Topologie-Erkennung: Netzwerk-Management-Systeme sammeln die LLDP-Nachbarschaften per SNMP und zeichnen daraus die physische Verkabelung.
- Geräte-Inventar: Systemname, Modell und Port des Nachbarn sind ohne Zugriff auf das Nachbargerät sichtbar.
- VoIP- und PoE-Planung: LLDP-MED überträgt zusätzlich Sprach-VLAN, QoS und PoE-Anforderungen.
Befehle und Sicherheit
Auf Cisco-Geräten zeigt show lldp neighbors (Details: show lldp neighbors detail) die erkannten Nachbarn, show lldp den globalen Status. Linux nutzt den Dienst lldpad beziehungsweise lldpd. Da LLDP wie CDP unverschlüsselt Netzinformationen preisgibt, gehört es an Grenzen zu fremden Netzen deaktiviert (no lldp transmit und no lldp receive auf der Schnittstelle). Auf reinen Cisco-Netzen arbeitet CDP oft weiter, in gemischten Umgebungen ist LLDP der Standard.
Verwandte Grundlagen: Switch, Ethernet, , LLDP-Befehle.