DNS (Domain Name System) ist das „Telefonbuch des Internets": Es übersetzt menschenlesbare Namen wie www.hanse-computing.de in die numerische IP-Adresse des Servers. Ohne DNS müssten Sie sich für jede Website eine Adresse wie 85.13.135.31 merken. Das System ist weltweit als hierarchische Baumstruktur organisiert und läuft dezentral auf Millionen von Nameservern.
Wie funktioniert eine Auflösung?
1. Ihr Browser fragt den lokalen DNS-Resolver (meist der Router)
2. Der Resolver fragt einen Root-Server nach .de
3. Der .de-Server verweist auf den Nameserver der Domain
4. Der autoritative Nameserver liefert die IP-Adresse (A- oder AAAA-Record)
5. Das Ergebnis wird für die TTL-Dauer zwischengespeichert (Cache)
Wichtige Record-Typen
- A / AAAA: Name zu IPv4 / IPv6-Adresse
- CNAME: Alias auf einen anderen Namen (z. B.
www→@) - MX: Zustellungspunkt für E-Mail (Mail Exchanger)
- TXT: Freitext — wird für SPF, DKIM und Domain-Verifikation genutzt
- NS / SOA: Zuständige Nameserver und Zonen-Verwaltungsdaten
Praxis-Tipps
- TTL senken vor Umzügen: Wer eine Domain auf einen neuen Server umzieht, setzt die TTL vorher auf wenige Minuten — so verbreitet sich die neue IP schneller.
- DNSSEC: Digitale Signaturen schützen Antworten vor Manipulation (Cache-Poisoning).
- Diagnose:
nslookup domain.de,dig domain.deoderdig MX domain.dezeigen die aktuellen Records direkt an. - Lokale Ausnahmen: In
/etc/hostslassen sich Namen fest einer IP zuordnen — nützlich für Tests.