Errdisable (auch Error-Disable) ist ein Schutzmechanismus von Cisco-Switches: Erkennt der Switch an einem Port eine schwerwiegende Fehlerbedingung, schaltet er den Port automatisch und dauerhaft ab, bis ein Administrator eingreift. So wird verhindert, dass ein fehlerhaftes Gerät oder eine Fehlkonfiguration das gesamte Netzwerk stört.
Typische Auslöser
Der Switch überwacht eine Reihe von Bedingungen. Klassische Auslöser sind:
- BPDU Guard: Eine BPDU Guard-geschützter Port empfängt eine BPDU — meist ein falsch angeschlossener Switch. Das Gegenstück BPDU Filter verwirft solche BPDUs dagegen still, ohne den Port abzuschalten.
- Port Security: Ein Verstoß gegen die MAC-Adress-Beschränkung (psecure-violation).
- UDLD: UDLD erkennt im aggressiven Modus eine unidirektionale Glasfaser-Verbindung.
- Link Flap: Der Port wechselt zu häufig zwischen Up und Down.
- Loop Guard: Loop Guard erkennt einen einseitigen Leitungsausfall.
- ARP Inspection / DHCP Snooping: Rate-Limit-Verstöße oder ungültige Pakete.
Die Liste zeigt show errdisable detect; sie ist pro Auslöser abschaltbar (no errdisable detect cause <ursache>).
Verhalten und Diagnose
Der Port wechselt in den Zustand errdisabled und bleibt dort — Datenverkehr wird nicht mehr weitergeleitet. Die Konsole bzw. Syslog meldet die Ursache, etwa %PM-4-ERR_DISABLE: bpduguard error detected on Gi4/1. Mit show interfaces status err-disabled und show errdisable recovery lässt sich der Zustand prüfen. Wichtig: Die Ursache muss beseitigt werden, sonst wiederholt sich das Problem nach jeder Reaktivierung.
Reaktivierung
Standardmäßig bleibt der Port abgeschaltet, bis der Administrator ihn manuell reaktiviert (shutdown und no shutdown). Alternativ lässt sich die automatische Erholung über Errdisable Recovery konfigurieren. Anders als der Root-Guard-Zustand (selbstheilend) ist Errdisable bewusst nicht selbstheilend — der Eingriff eines Menschen soll die Fehlersuche erzwingen.
Verwandte Grundlagen: BPDU Guard, Errdisable Recovery, PortFast, UDLD.