Ein FCS-Fehler (Frame Check Sequence) tritt auf, wenn die Prüfsumme eines empfangenen Ethernet-Frames nicht zum Inhalt passt. Der Empfänger verwirft den Rahmen dann still — die Sicherungsschicht meldet den Verlust nicht an den Absender zurück.

So funktioniert die Prüfung

Am Ende jedes Ethernet-Frames steht die Frame Check Sequence: vier Byte (32 Bit), die der Sender als Zyklische Redundanzprüfung (CRC-32) über alle vorherigen Felder berechnet und anhängt. Der Empfänger berechnet die Prüfsumme neu und vergleicht sie mit dem übertragenen Wert. Weichen die Werte ab, ist der Rahmen während der Übertragung verändert worden — ein FCS-Fehler. Die Prüfung gehört zur Fehlererkennung: Sie erkennt Bitfehler zuverlässig, kann sie aber nicht korrigieren. Höhere Schichten wie TCP müssen den Verlust bemerken und eine Wiederholung anstoßen.

Ursachen

  • Physikalische Störungen: Rauschen, elektromagnetische Interferenz, zu lange oder beschädigte Kabel und schlechte Steckverbindungen sind die häufigsten Auslöser.
  • Defekte Hardware: Eine fehlerhafte Netzwerkkarte oder ein defekter Switch-Port erzeugen korrupte Rahmen.
  • Duplex-Mismatch: Passt der Duplex-Modus der beiden Endpunkte nicht zusammen (siehe Duplex Mismatch), steigen FCS-Fehler, Runts und Runts-artige Kollisionsreste gemeinsam an.

Diagnose

FCS-Fehler erscheinen als CRC- oder FCS-Zähler in show interfaces beziehungsweise ethtool -S. Steigt der Zähler nur auf einer Seite, liegt das Problem meist auf dieser Strecke: Kabel und Stecker prüfen, verdächtige Segmente bewegen und beobachten, ob die Fehlerrate mitwächst, und Endgeräte einzeln vom Port nehmen. Treten FCS-Fehler zusammen mit Giants, Runts oder Alignment-Fehlern auf, deutet das auf eine gemeinsame physikalische Ursache wie ein defektes Kabel oder eine defekte Netzwerkkarte hin.

Verwandte Grundlagen: Runts, Giants, Prüfsumme, Backoff.