FHRP (First-Hop-Redundancy-Protokoll, englisch First Hop Redundancy Protocol) ist der Oberbegriff für Protokolle, die das Standard-Gateway eines LAN gegen den Ausfall eines Routers absichern. Mehrere Router bilden dazu eine Gruppe und teilen sich eine virtuelle IP-Adresse (VIP) beziehungsweise virtuelle MAC-Adresse. Für die Endgeräte bleibt das Gateway immer gleich erreichbar: Fällt der aktive Router aus, übernimmt ein Backup-Router seine Rolle innerhalb weniger Sekunden, ohne dass Clients ihre Konfiguration ändern müssen. Die Gruppe kommuniziert über eigene Nachrichten (Advertisements beziehungsweise Hello-Pakete), anhand derer die Router den Ausfall des aktiven Mitglieds erkennen.
Bekannte Vertreter
Der offene IETF-Standard VRRP (RFC 3768/5798) ist die herstellerunabhängige Lösung; Ciscos proprietäre Protokolle HSRP (Aktiv/Standby) und GLBP (aktive Lastverteilung) sind vor allem in Cisco-Umgebungen verbreitet. Im BSD-Umfeld existiert mit CARP eine patentfreie Alternative zu VRRP. Der automatische Rollenwechsel selbst ist der Failover.
Abgrenzung
FHRPs arbeiten auf der Sicherungsschicht beziehungsweise Vermittlungsschicht innerhalb eines einzelnen Broadcast-Segments (VLAN) und sichern ausschließlich den ersten Hop, also das Default-Gateway der Endgeräte. Für die Redundanz der Routen im Netzinneren sind dagegen dynamische Routing-Protokolle wie OSPF oder BGP zuständig. Auf der Sicherungsschicht übernimmt Spanning Tree die Redundanz der Switch-Pfade — FHRP und STP ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.
Die drei klassischen Vertreter unterscheiden sich im Betriebsmodus: HSRP und VRRP arbeiten nach dem Aktiv/Standby-Prinzip (nur ein Router ist aktiv), GLBP erlaubt mehrere gleichzeitig aktive Router mit Lastverteilung. VRRP ist standardisiert und herstellerunabhängig, HSRP und GLBP sind Cisco-proprietär.